+Zeugenaufruf+ Polizisten in der Freizeit nur wegen ihres Berufes angegriffen und schwer verletzt

1. August 2016 at 22:15

Polizisten in der Freizeit nur wegen ihres Berufes angegriffen und schwer verletzt“Wir mögen hier keine Bullen”

In der Nacht zum Sonntag ist es in Emden (Niedersachsen) zu einem unglaublichen Vorfall gekommen, bei dem drei Polizisten, die in ihrer Freizeit unterwegs waren, nur wegen ihres Berufes angegriffen und zum Teil schwer verletzt wurden.

Die drei Beamten im Alter von 22 bis 26 Jahre befanden sich in einer Disko in Emden, als der 22jährige Polizist, der sich gerade auf der Tanzfläche befand, von einem Mann angerempelt wurde mit den Worten: “Wir mögen hier keine Bullen”.

Anschließend schlug der Mann mit einer Glasflasche in Richtung Kopf des Polizisten, der allerdings soweit ausweichen konnte, so dass er von der Flasche an der Schulter verletzt wurde. Nun trat der Gewalttäter mit dem Fuß heftig zu und traf den Beamten im Gesicht.

Die Kollegen des verletzten Polizisten wollten ihm zu Hilfe kommen, jedoch wurden sie nun auch von einer größeren Personengruppe, bestehend aus Bekannten und Verwandten des Gewalttäters, angegriffen.

Die Angreifer torpedierten die Polizisten mit Flaschen, Tritten und Schlägen, so dass die Beamten hauptsächlich Verletzungen am Kopf erlitten. Auch Unbeteiligte wurden durch diesen gezielten Angriff auf die privat feiernden Polizisten verletzt.

Die teils schwer verletzten Beamten retteten sich vor die Disko, wo der 24jährige Polizist durch einen Faustschlag von hinten gegen den Kopf durch einen 17jährigen nochmals verletzt wurde.

Alle drei Polizisten sind bis auf weiteres nicht mehr dienstfähig und mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Einer der Beamten wurde so schwer verletzt, dass er stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden musste.

So unglaublich dieser Vorfall auch ist, blieb es nicht dabei.

Die alarmierte Polizei wurde bei ihren Maßnahmen vor Ort massiv behindert. Eine Personengruppe von 80-100 Personen versuchte alles, um die Personalienaufnahme wichtiger Zeugen zu unterbinden. Die Gewalttäter konnten daher zunächst von der Örtlichkeit flüchten, bevor die Polizei dort eintraf.

Polizei Emden und Staatsanwaltschaft Aurich ermitteln nun wegen gefährlicher gemeinschaftlicher Körperverletzung gegen die Gewalttäter im Alter von 20 bis 28 Jahre, die bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind. So bedrohten und beleidigten der 20 und der 28jährige Gewalttäter bereits im Oktober 2015 dort eingesetzte Polizisten erheblich.

Polizeidirektor Johannes Lind, Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, formulierte die Fassungslosigkeit aller Polizisten zu diesem Vorfall:

“Was meinen Kollegen in der vergangenen Nacht in Emden angetan wurde, ist unfassbar und unerträglich. Die Vorstellung, dass meine Kolleginnen und Kollegen aufgrund ihres Berufes in ihrem Privatleben solch brutalen Angriffen ausgesetzt sind, entsetzt mich. Dass dann noch polizeiliche Ermittlungen durch umstehende Personen vereitelt werden, statt Hilfe zu leisten, macht mich fassungslos.

Diese Vorfälle müssen und werden für die Täter erhebliche Konsequenzen haben. Derartige Zustände sind mit unserem Rechtsstaat nicht zu vereinbaren. Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt.

Meinen drei Kollegen und möglichen weiteren verletzten unbeteiligten Personen wünsche ich von Herzen gute Genesung.”

http://www.presseportal.de/pm/104235/3392109

Wir hoffen, dass die Gewalttäter eine gerechte und spürbare Strafe erhalten werden.

Den verletzten Kollegen wünschen wir eine schnelle und vollständige Genesung und dass sie bei der Verarbeitung dieses schrecklichen Vorfalles gut betreut werden!

Es ist einfach unglaublich, ein solcher Angriff nur wegen des Berufes. Da fehlen tatsächlich die Worte…

Danke an Alexander, Elli, Frank und Julian für den Hinweis.