Fotoreportage: Mit der Polizei durch die Nacht

16. September 2016 at 21:31

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Die Schobermesse (Schueberfouer) ist der größte Jahrmarkt Luxemburgs und findet alljährlich in der gleichnamigen Hauptstadt von Mitte August bis Anfang September statt. Die Polizei hat dann alle Hände voll zu tun, ist mit Fußstreifen auf dem Festgelände unterwegs und richtet auch eine Jahrmarktswache ein.

Fotoreporter Steve Remesch durfte die Polizei am letzten Abend begleiten, dem Höhepunkt des Jahrmarkts, an dem die Jugendlichen die Ferien noch ausnutzen können, das Feuerwerk tausende Besucher anlockt und exzessiver Alkoholkonsum für den ein oder anderen Einsatz sorgt.

“Lima Fouer” ist der Rufname der Polizisten auf dem Jahrmarkt, die extra von ihrer angestammten Dienststelle für den drei Wochen dauernden Jahrmarkt abgeordnet (detachiert) werden. Die neun Beamten bekommen gleich zu Anfang ihrer Nachtschicht einen Auftrag. Ein elfjähriger Junge wird vermisst.

Die Suche beginnt nach einer Lagebesprechung, aber der Platz ist voller Menschen, ein Durchkommen schwer möglich. Die Polizisten nehmen Kontakt mit den Schaustellern auf, die nicht nur ihre Augen aufhalten, sondern auch die Suchmeldung über ihre Lautsprecher weiter geben.

Irgendwann kommt der erlösende Funkspruch, der Junge ist wieder da. Genauso wie ein älteres Paar, welche sich im Gedränge verloren hatte, konnte wieder zusammen geführt werden.

Falschgeldmeldungen und Fundsachen erreichen die Jahrmarktswache. Alle Meldungen werden von den Polizisten aufgenommen und protokolliert, Ermittlungen eingeleitet.

Dann beginnt das Feuerwerk, eine kurze Verschnaufpause für die Polizisten, die sich genauso wie die Besucher darauf freuen. Da bleibt sogar ein kurzer Moment für einen Besuch der Familie, um sich gemeinsam das Feuerwerk anzusehen. Glücksmomente in einer einsatzreichen Nacht.

Es geht Schlag auf Schlag weiter, die nächste Vermisstenmeldung, die nächste Fundsache, eine Wegbeschreibung zum Parkhaus. Auch ein Polizeischüler ist heute Teil der “Lima Fouer”, er soll von den erfahrenen Beamten lernen und gut aufpassen.

Ein Thema bestimmt für kurze Zeit das Gespräch unter den Kollegen: die Schutzweste. Einer berichtet, dass er schon zweimal attackiert worden war und deshalb froh ist, die Schutzweste anziehen zu können. Auf der Vorderseite prangt auf einem Patch das Wappen Luxemburgs in schwarz-weiß, geziert von einer dünnen blauen Linie, der Thin Blue Line, dem internationalen Zeichen der Polizei, welches für die Trennlinie zwischen Gut und Böse steht und den im Dienst verletzten und getöteten Polizisten gedenkt.

Dann folgt die Festnahme von Jugendlichen, die wegen Diebstahls und Raubes auf dem Jahrmarkt aufgefallen waren und nun gesichtet wurden. Die Mutter eines der Jugendlichen schreit herum, die Polizei solle ihren Sohn wieder frei lassen. Für die Begründung, warum der Sohn festgehalten wird, ernten die Polizisten nur Beleidigungen der Mutter. Einsicht bei ihr oder ihrem Sohn? Fehlanzeige. Den Polizisten nichts anderes, als dies hinzunehmen.

Später wird es etwas ruhiger. Der Jahrmarkt ist vorbei und die Schausteller beginnen so langsam damit, ihre Gerätschaften abzubauen. Ein Polizist wird von einem Mädchen zum Dank umarmt, weil dieser ihr verlorenes Handy gefunden hatte und es an sie zurück geben konnte.

Ein paar betrunkene Mädchen sind der folgende Einsatz. Sie wollen, obwohl sie sich vor lauter Alkohol kaum noch auf den Beinen halten können, weiter feiern. Die Polizisten können sie dazu überreden, doch lieber mit dem Taxi nach Hause zu fahren.

Als die Beamten zurück zum Polizei-Container gehen, werden sie von betrunkenen Jugendlichen angesprochen, die sich jedoch sehr nett verhalten. Einer der Jugendlichen sagt zu den Polizisten: “Früher habe ich immer gegen euch gepöbelt. Aber heute bin ich einfach nur dankbar, dass ihr da seid”. Das tut gut!

Gegen 2:20 Uhr ist der Einsatz beendet. Die Fest-Besucher sind alle vom Platz verschwunden, jetzt muss nur noch aufgeräumt werden und dann geht es zurück zur angestammten Dienststelle. Falls jetzt noch ein Einsatz anstehen sollte, übernehmen die Kollegen der Landeshauptstadt.

Die ganze Fotoreportage mit zahlreichen tollen Bildern könnte ihr hier oder hier abrufen.

Einen Teil der Bilder haben wir mit freundlicher Genehmigung von Fotoreporter Steve Remesch angehängt. Vielen Dank dafür!