Gruselclowns: Nicht immer nur ein übler Scherz

26. Oktober 2016 at 18:11

Gruselclowns: Nicht immer nur ein übler Scherz

Wir informieren und geben Tipps

Es begann in den USA und ist nun auch in den deutschsprachigen Raum geschwappt: Als Clowns verkleidete Menschen erschrecken andere Menschen auf der Straße. Warum dieser Trend entstand ist noch ungeklärt, aber mittlerweile bestimmen solche Vorfälle die Nachrichten.

Was vermutlich einfach nur als übler Scherz gedacht war, nimmt nämlich mittlerweile Formen an, die nicht mehr toleriert werden können. Denn eines sollten sich alle Beteiligten vor Augen führen: Der Übergang vom Scherz zur Straftat ist fließend und in den letzten Tagen häufen sich die Meldungen über Vorfälle, in denen es eindeutig zu einer strafbaren Handlung kam.

So bringen die Gruselclowns ihre Opfer manchmal derart in Bedrängnis, dass es zu Gefahrensituationen im Straßenverkehr kommt. Vor ein paar Tagen wurde ein Clown von seinem Opfer krankenhausreif geprügelt und vorläufiger trauriger Höhepunkt war vorgestern ein Vorfall in Lichterfelde, als ein 14-jähriges Opfer den 16-jährigen Gruselclown niedergestochen hat.

Das muss aufhören und deshalb geben wir im folgenden Tipps.

Mögliche Folgen für Gruselcowns:

  • Wer auch nur zum Schein andere Menschen mit einem Hammer, einem Messer oder mit anderen Gegenständen bedroht, kann sich strafbar machen, insbesondere dann, wenn das Opfer einen Schock erleidet. Eine strafrechtliche Körperverletzung ist nämlich nicht nur dann unter Umständen gegeben, wenn jemand physisch verletzt wurde, sondern auch, wenn die Psyche leidet (das körperliches Wohlbefinden beeinträchtigt ist).
  • Entstehen durch das Erschrecken anderer gefährliche Situationen im Straßenverkehr, kann auch das eine Handlung sein, die strafrechtlich relevant ist und zur Anzeige gebracht werden kann.
  • Ebenso handelt es sich bei Vandalismus oder Sachbeschädigung um Straftaten, die angezeigt und verfolgt werden können.
  • Das Opfer eines Gruselclowns kann nicht nur in dem Fall, dass etwas kaputt gegangen ist, Schadensersatz fordern. Auch Schmerzensgeldforderungen können auf die Gruselclowns zukommen. Also überlegt euch gut, ob es das wirklich wert ist.

Hinweise für die Opfer:

  • Meist handelt es sich um üble Scherze, deswegen ist es sinnvoll, soweit möglich ruhig und besonnen zu reagieren.
  • Dem Clown möglichst aus dem Weg gehen und nicht provozieren.
  • Wenn der Clown von seinem Vorhaben nicht ablässt oder andere von einem Clown bedrängt, bedroht oder angegriffen werden, sofort die Polizei (Notruf) informieren.
  • Soweit möglich sich genau die Erscheinung des Clowns einprägen, die Fluchtrichtung beobachten und sich als Zeuge der Polizei zur Verfügung stellen.
  • Begebt euch nicht selbst in Gefahr und übt keine Selbstjustiz.
  • Das gilt auch für den Fall, dass ihr den Clown festhalten wollt, um ihn der alarmierten Polizei zu übergeben. Zwar ist dies ein Jedermannsrecht, aber Täter zu stellen, festzunehmen und sich hierbei evtl. in Gefahr zu begeben ist Aufgabe der Polizei.
  • Verbreitet keine Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken über angebliche Gruselclowns. Damit wird nur Angst und Verunsicherung verbreitet.

Da wir bereits gefragt wurden, ob man sich mit einem Pfefferspray gegen einen Gruselclown zur Wehr setzen darf, verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Thema Selbstbewaffnung, welche allgemein (also auch bei Gruselclowns) Gültigkeit haben.

Weitere Informationen zum Thema findet ihr auf der Internetseite der polizeilichen Kriminalprävention.