in memoriam: Zwei Polizisten wurden vor 25 Jahren in Hinterhalt gelockt und getötet

12. Oktober 2016 at 22:22

in memoriam: Zwei Polizisten wurden vor 25 Jahren in Hinterhalt gelockt und getötetAm 12. Oktober 1991 wurden in der Nähe von Boffzen im Solling (Niedersachsen) zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und von drei Brüdern erschossen. Ein schrecklicher Tag für die beiden Beamten, aber auch für die Familien und die Kollegen.

Der fingierte Notruf ging bei der Wache in Höxter (Nordrhein-Westfalen) ein und wurde an die zuständige Wache in Holzminden weiter geleitet. Der Anrufer, der mit verstellter Stimme sprach, meldete einen Wildunfall, was nichts ungewöhnliches im waldreichen Gebiet im Solling war.

Eigentlich sollte von der Wache ein anderes Streifenteam losgeschickt werden. Daran erinnert sich August-Wilhelm Winsmann, mittlerweile pensionierter Polizist, der damals Wachleiter der Nachtschicht in Holzminden war. Er muss auch heute noch schlucken, wenn er davon berichtet.

Doch dann meldeten sich die beiden Polizisten von “Hilde 10-35”, einem zivilen VW Passat, mit dem die beiden Polizeiobermeister (POM) Jörg Lorkowski und Andreas Wilkending zuvor im Einsatz waren und den Funk mitgehört hatten. Sie übernahmen auf dem Rückweg bereitwillig den Einsatz.

“Danach haben wir nichts mehr von ihnen gehört”, so Wachleiter Winsmann.

Er wusste zwar, dass das dortige Rottmündetal, wo die angebliche Unfallstelle liegen sollte, in einem Funkloch liegt. Aber als die Zeit verrann und sich niemand meldete, schickte er eine Streife los nach dem Rechten zu sehen. Doch die fand weder eine Unfallstelle, noch ein verendetes Reh und auch keine Kollegen.

Dann wurde der Waldparkplatz ausgeleuchtet und die schlimmsten Befürchtungen bekamen eine Grundlage. Die Beamten fanden Blutlachen, Gewebeteile, Knochen- und Glassplitter und Patronenhülsen vor.

Eine der größten Suchaktion der Nachkriegsgeschichte nach dem unbekannten Anrufer und den Polizisten lief an. Tausende Polizisten, Taucher, Polizeihubschrauber und sogar britische Militärjets mit Infrarotsuchgeräten kamen zum Einsatz. Die Stimme des Mannes, der den fingierten Notruf abgesetzt hatte, wurde im Rundfunk ausgestrahlt.

Nun kamen die Ermittlungen voran und als Tatbeteiligte wurden drei Brüder ermittelt. Auf dem Dachboden ihres Hauses fand die Polizei zwei Maschinenpistolen und ein Sturmgewehr G3. Letzteres hatten die Brüder bei einem Überfall auf die Rommel-Kaserne in Augustdorf von zwei Wachhabenden erbeutet.

Mit dem Sturmgewehr wurden, wie sich herausstellte, die beiden Polizisten aus einem Hinterhalt heraus erschossen. Fünf Projektile trafen Andreas Wilkending, vier Jörg Lorkowski.

Nachdem die Brüder festgenommen waren und gestanden hatten, konnten die Leichen der beiden Polizisten in einem Waldstück am Truppenübungsplatz Senne in Nordrhein-Westfalen aufgefunden werden. Sie waren dort im Sand verscharrt worden.

Als Motiv gab der älteste der Brüder, Dietmar J., tiefen Hass gegen die Polizei an. Er wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der jüngere Bruder M. wurde wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil seinen älteren Bruder zum Waldparkplatz gefahren hatte. Der jüngste Bruder wurde freigesprochen.

POM Jörg Lorkowski starb im Alter von 30 Jahren und hinterließ eine Frau. POM Andreas Wilkending starb mit 34 Jahren, er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Wir Gedenken ihrer zum 25. Todestag und werde sie nie vergessen! Wir erheben die Hand zum Ehrensalut.

Ruht in Frieden, liebe Kollegen!

http://www.nw.de/lokal/kreis_hoexter/holzminden/holzminden/20938182_Vor-25-Jahren-Moerder-locken-Polizisten-bei-Holzminden-mit-Notruf-in-den-Tod.html

http://www.hna.de/welt/jahren-alle-wollten-moerder-finden-6825626.html

http://www.odmp.info/mod/polizei/index.php?site=details&id=148
http://www.odmp.info/mod/polizei/index.php?site=details&id=147