Tödlicher Dienstwaffengebrauch: Unfallflüchtiger Radfahrer greift Polizisten mit Messer an

19. Oktober 2016 at 17:24

Gestern Abend wurden Polizisten in Moers (Nordrhein-Westfalen) während einer Unfallaufnahme von einem der Beteiligten mit einem Messer angegriffen, woraufhin diese ihre Dienstwaffen einsetzen mussten, um den Angriff zu stoppen. Der Angreifer verstarb später im Krankenhaus.

Eigentlich wollten die Beamten einen Verkehrsunfall zwischen einem Fahrrad und einem Pkw aufnehmen. Die beiden Fahrzeuge waren zusammengestoßen und der Radfahrer anschließend von der Unfallstelle geflüchtet.

Dass sich anschließend ein Unfallzeuge unbewusst selbst in Gefahr brachte, als er couragiert den flüchtigen Radfahrer verfolgte, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht wissen. Denn der Unfallzeuge holte den Radfahrer ein und brachte ihn zur Unfallstelle zurück.

Dort angekommen hielt der Radfahrer plötzlich ein “auffälliges Messer” in der Hand und ging damit auf die unfallaufnehmenden Polizisten los. Die Beamten zogen ihre Dienstwaffen, wichen zurück und forderten den 48-jährigen Angreifer mehrfach auf, das Messer fallen zu lassen.

Doch vergeblich. Selbst als die Polizisten nicht mehr weiter zurück weichen konnten ließ der Angreifer nicht von seinem Vorhaben ab. Die Polizisten gaben dann mehrere Schüsse auf den Angreifer ab und trafen ihn lebensgefährlich.

Im Anschluss reanimierten die Beamten den Mann bis zum Eintreffen der Rettungskräfte, die den Angreifer in ein Krankenhaus brachten, wo er später verstarb.

Die Polizei Duisburg hat noch in der vergangenen Nacht eine Ermittlungskommission eingerichtet, die sofort ihre Arbeit aufnahm und auch am heutigen Tag Zeugen vernahm. Durch die Staatsanwaltschaft Kleve wurde die Obduktion des Leichnams angeordnet.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65858/3459170

Wir sprechen den Hinterbliebenen unser Mitgefühl für ihren plötzlichen Verlust aus und wünschen ihnen viel Kraft diesen zu verarbeiten.

Den eingesetzten Kollegen in Moers wünschen wir ebenfalls jede Unterstützung dabei diesen schrecklichen Einsatz zu verarbeiten und hoffen auf eine positive juristische Bewertung des Dienstwaffeneinsatzes.

Danke an Markus und Micha für den Hinweis.

UPDATE:

Die Obduktion des Leichnames zeigte auf, dass der Angreifer von drei Projektilen getroffen wurde, wovon eine Schussverletzung tödlich war. Die Blutanalyse zeigt, dass der Angreifer zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen (Cannabis) stand.

Und da die Frage aufkam, was unter einem “auffälligen Messer” zu verstehen sei: Es handelte sich um ein Einhandmesser mit rotem Griff und extra breiter Klinge.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65858/3459704