Aus dem Polizeibericht: 1. Advent wenig besinnlich

28. November 2016 at 21:00

Aus dem Polizeibericht: 1. Advent wenig besinnlichDie vergangenen Tage waren ereignisreich für die Polizei bundesweit. Zeit für etwas Besinnung war da kaum und bei so manchem Fall kann man einfach nur noch ratlos den Kopf schütteln.

1. Schusswaffengebrauch nach Verfolgungsfahrt in Mittelfranken

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es zu einer Verfolgungsfahrt im Landkreis Nürnberg (Bayern), da ein schwarzer Audi mit gestohlenen Kennzeichen festgestellt worden war. Anfänglich gelang dem Fahrer auch die Flucht, bis Polizisten den Audi im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen wieder feststellten.

Die Polizisten nahmen abermals die Verfolgung. Auf dem Fluchtweg standen auch Polizisten bereit, um den Audi anzuhalten. Die Anhaltezeichen wurden jedoch missachtet und der Audi steuerte zielgerichtet mit hoher Geschwindigkeit auf einen der Polizisten zu, der sich mit einem Sprung zur Seite retten musste. Im Anschluss kam es zum Schusswaffengebrauch auf den fahrenden Audi, der dennoch seine Flucht fortsetzen konnte.

Später blieb der Audi nach einem Verkehrsunfall liegen. Während der Aufräumarbeiten entdeckten Polizisten den flüchtigen Fahrer in der Nähe in einem Wasserdurchlass. Hier erfolgte die Festnahme des 22-jährigen Österreichers. Im Einsatz waren dutzende Einsatzkräfte aus Mittel- und Oberfranken, mehrere Diensthundeführer und ein Polizeihubschrauber

2. Schusswaffengebrauch nach Angriff auf Polizisten in Hamburg

Am Samstag Abend gegen 20 Uhr wurden die Polizei Hamburg wegen einer Bedrohungslage mit Messer alarmiert. Die Einsatzkräfte konnten den 37-jährigen Afghanen im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses antreffen.

Als sie diesen ansprachen, zog der Mann plötzlich ein Messer und ging auf die Polizisten los. Pfefferspray konnte den gegenwärtigen Angriff nicht stoppen, so dass die Polizisten von ihrer Dienstwaffe Gebrauch machen mussten. Sie verletzten den Angreifer lebensgefährlich. Er verstarb später, trotz Notoperation, im Krankenhaus.

3. Großeinsatz nach Amok-Androhung

Am Freitag wurde die Polizei in Hamm (Nordrhein-Westfalen) alarmiert. “Dem Hinweisgeber war aufgefallen, dass ein 19-Jähriger in sozialen Medien einen Amoklauf an einer Außenstelle der Hammer Volkshochschule angekündigt hatte”, berichtete ein Polizeisprecher.

Das Ziel war offenbar eine bestimmte Lerngruppe der VHS. Es kam anschließend zu einem Großeinsatz, währenddessen der Tatverdächtige in der Nähe der Schule angetroffen werden konnte. Bei der Durchsuchung bei dem 19-jährigen Mann konnte eine Waffe sichergestellt werden. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde jedoch nicht darüber berichtet, um welche Art Waffe es sich handelte.

Am Samstag wurde der 19-jährige wieder auf freien Fuß gesetzt, da die Staatsanwaltschaft keinen Anlass sah, den jungen Mann dem Haftrichter vorzuführen.

4. Polizist in Berlin niedergeschlagen

In der Nacht zum Samstag wurde die Berliner Polizei wegen einer Sachbeschädigung in Staaken alarmiert. Die eingesetzten Polizeikräfte konnte an einer Bushaltestelle zwei männliche Personen antreffen, die abwechselnd gegen die Scheiben der Bushaltestelle traten.

Nach anfänglicher Flucht konnte der ältere der beiden jungen Männer gestellt werden. Gegen die Festnahme wehrte sich der 22-jährige jedoch massiv und schlug einen Polizisten mehrfach gegen Kopf und Oberkörper. Dann setzte er seine Flucht fort.

Durch Unterstützungkräfte wurde die Verfolgung aufgenommen. Eine Polizistin übernahm zunächst zu Fuß alleine die Verfolgung und konnte den 22-jährigen stellen. Als er mit erhobenen Fäusten auf die Beamtin los geht, fährt ihr Kollege von hinten an den Angreifer heran und bleibt unmittelbar hinter diesem stehen.

Als der 22-jährige einen Schritt zurück macht, fällt er auf die Motorhaube des Streifenwagens. Hier gelang nun die Festnahme des Angreifers, bei der dieser wild um sich schlug und trat und wüste Beleidigungen in Richtung der Polizisten aussprach.

Der verletzte Polizist wurde ambulant im Krankenhaus behandelt und trat anschließend vom Dienst vorzeitig ab. Die Polizistin wurde leicht an der Schulter verletzt, konnte ihren Dienst jedoch fortsetzen.

5. Brandanschlag in Hamburg

In eineinhalb Wochen findet der OSZE-Gipfel in den Hamburger Messehallen statt und nun hat es einen Brandschlag auf die Tagungsräumlichkeiten gegeben. Unbekannte, etwa 30 bis 50 teils vermummte, Täter hatten mehrere Müllcontainer, Reifen und ein Motorrad vor dem Südeingang in Brand gesetzt. Zudem waren Krähenfüße auf der Fahrbahn verteilt.

Die Glasfront wurde hierbei beschädigt und der Innenraum stark verrußt. Am heutigen Sonntag bekannten sich Linksextremisten zu dem Brandanschlag. Zudem ließen die Bekenner erkennen, was beim OSZE-Gipfel zu erwarten sein wird: “Wir stehen in den Startlöchern. Die Rebellïinnen der Subversion werden in Hamburg deutliche Spuren hinterlassen und Zeichen der Zerstörung setzen.”

Beim OSZE-Gipfel am 8. und 9. Dezember werden mindestens 10.000 Polizisten im Einsatz sein.

6. “I will kill you” – Verletzte Polizisten in Köln

In der Nacht zum Freitag war die Polizei in Köln wegen eines Randalierers eingesetzt. Gegen 00:30 Uhr war der 30-jährige bereits in einer Gaststätte wegen seines aggressiven Verhaltens aufgefallen. Als Polizisten vor Ort eintrafen, trat der Randalierer die Flucht an.

Einer der verfolgenden Polizisten konnte ihn kurzzeitig stellen und wollte ihn fixieren. Der Randalierer konnte sich jedoch losreißen, wodurch der Beamte zu Boden fiel und sich verletzte. Nach anschließender weiterer Flucht konnte der 30-jährige durch einen weiteren Polizisten gestoppt werden. Hierbei versetzte der Gewalttäter jedoch dem Beamten einen gezielten Faustschlag ins Gesicht.

Die Festnahme gelang dennoch, wobei sich der Gewalttäter auch weiter heftig zur Wehr setzte. Er trat nach den Polizisten und versuchte sie durch Kopfstöße weiter zu verletzen. Während der erkennungsdienstlichen Behandlung bedrohte er die Beamten zudem mit: “I will kill you!”

Die beiden Polizisten, die den Gewalttäter festgenommen hatten und hierbei verletzt wurden, konnten nach ärztlicher Behandlung ihren Dienst wegen Kopf- und Rückenverletzungen nicht mehr fortsetzen.

Der 30-jährige Gewalttäter, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat und bereits wegen Eigentums- und Widerstandsdelikten polizeibekannt ist, wurde dem Haftrichter vorgeführt.

7. Mann beißt Polizeihund und Polizistin

Die Polizei Meschede war wegen mehrerer Ladendiebe alarmiert worden. Als die Polizisten vor Ort eintrafen, hatten die Täter bereits das Weite gesucht. Polizeihündin “Pepper” konnte in einem Waldstück den 39-jährigen Täter aufstöbern.

Während der Festnahme biss der Ladendieb die Polizeihündin in die Schnauze und die Diensthundeführerin in die Hand. Der Festgenommene und die Polizistin wurden leicht verletzt im Krankenhaus behandelt. “Pepper” blieb bei dem Einsatz jedoch unverletzt. Die beiden Komplizen des Täters konnten flüchten.

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Wir wünschen den verletzten Kolleginnen und Kollegen eine gute Besserung! Hoffentlich geht das in der anstehenden Adventszeit nicht so weiter und der OSZE-Gipfel bleibt friedlicher, als dies im Moment zu erwarten ist!