Digitale Polizei: Saarland startet erfolgreich Testprojekt für digitale Unfallaufnahme mit mobilen Geräten

21. November 2016 at 21:04

Mittlerweile hat (zumindest statistisch) fast jeder ein mobiles Gerät in seinem Besitz und nutzt es auch unterwegs. Hierzu zählen sowohl Mobiltelefone bzw. Smartphones, aber auch Tablets. Bislang spielten diese Geräte im täglichen Dienst bei der Polizei so gut wie keine Rolle, aber das soll sich nun ändern.

Beim sogenannten IT-Gipfel des Saarlandes wurde vereinbart, dass die Möglichkeit des Einsatzes mobiler Geräte zumindest bei der Unfallaufnahme geprüft werden soll. Wie es heißt, nehme die Polizei im Saarland rund 33.000 Verkehrsunfälle im Jahr auf, von denen etwa 28.000 zu den “einfachen” Unfälle gezählt werden. Hierbei handelt es sich um solche, bei denen keine Personen geschädigt wurden, kein Drogen- oder Alkoholeinfluss eine Rolle spielt oder schwerwiegender Sachschaden entstand.

Bislang war es so, dass Polizisten bei der Verkehrsunfallaufnahme die erhobenen Daten auf einem Zettel oder in einem Block notierten und später dann auf der Dienststelle in das Vorgangsbearbeitungssystem POLADIS übertrugen. Zudem wurden Fotos und Skizzen angefertigt, die später ebenfalls übertragen werden mussten.

Dies kann unter anderem fehleranfällig bei der Datenübertragung sein, kostet aber vor allen Dingen Zeit. Im Projekt “VU-App – Mobile Verkehrsunfallerfassung bei der Polizei des Saarlandes” soll dieser Vorgang vereinfacht werden, indem mittels Tablets und Smartphones die Daten direkt an der Unfallstelle erfasst und digital in das Vorgangsbearbeitungssystem übertragen werden.

Die Beamten sind also nur noch einmal damit befasst, die Daten zu erheben und zu erfassen, was Mehraufwand erspart und Erfassungsfehler reduziert. Bereits seit September 2016 werden etwa ein Drittel aller Unfälle bei der Polizeiinspektion Saarlouis auf diese Weise digital erfasst.

Zum Einsatz kommen bei diesem Testprojekt Windows-Smartphones und Microsoft Surface Tablets mit dem Betriebssystem Windows 10 Mobile. Die Datenerfassung erfolgt mittels HybridForms, wo sowohl die Daten, als auch die Bilder zentral abgespeichert werden.

Wie es heißt, ziehe man in einer ersten Zwischenbilanz positive Schlüsse und Polizei und Politik seien begeistert. Die Auswertung habe ergeben, dass der Zeitaufwand für Unfallaufnahme und digitale Datenerfassung teilweise um die Hälfte reduziert werden konnte.

Auf diese Weise könne die Zeit, in der Polizisten sich für administrative Zwecke auf der Dienststelle befinden, reduziert und eine stärkere Präsenz im Streifendienst auf der Straße erreicht werden.

http://it-gipfel.saarland/itland-saar/potenziale-mobiler-itloesungen-im-rahmen-der-verkehrsunfallaufnahme

https://www.microsoft-politik.de/de-de/politik/blog/article.aspx?id=2081