Kein Beruf, sondern eine Berufung: Junger Polizist bringt sich selbst in Lebensgefahr, um einen leblose Person aus eiskaltem Wasser zu retten

29. November 2016 at 16:26

Der junge Polizeiobermeister Oliver Katranitz riskiert am Abend des 20. November sein Leben, als er in nur 8 Grad kaltes Wasser im Hafen von Friedrichshafen (Baden-Württemberg) steigt, um eine dort leblos treibende Person zu retten.

Aufgrund der eisigen Temperaturen hätte er an einem Kälteschock sterben können, doch daran hat er nicht gedacht, als er in das Wasser geht und die gut 30 Meter zu dem Körper schwimmt.
Er kämpft – nicht nur gegen die Kälte, sondern auch gegen seinen eigenen Körper, der gegen die Kälte rebelliert und schafft es schließlich zu der Person. Zusammen mit ihr kann er von Kollegen an Land gezogen werden.

Für die Person kommt seine Hilfe leider zu spät, wie er später erfährt, denn diese hatte weniger Glück als er und überlebt die Folgen des Aufenthalts im eiskalten Wasser nicht.

Der 24-jährige Oliver Katranitz hat Glück gehabt. Mit nur noch 33 Grad Körper Temperatur wird er ins Krankenhaus eingeliefert. Nachdem sich seine Vitalwerte wieder normalisiert haben, verlässt er dieses auf eigenen Wunsch. Statt sich nach diesem Vorfall die verdiente Ruhe zu gönnen, setzt er sogar den Dienst auf eigenen Wunsch fort.

Er konnte sich einfach nicht die Ruhe gönnen und dabei spielte es nicht nur eine Rolle, dass er gerne Polizist ist. Er wollte, ja, er konnte nicht alleine sein, er brauchte seine Kollegen. “Ich habe meine Kollegen gesucht, mit denen ich mich austauschen konnte”, gesteht er.

Psychologische Hilfe hat er nicht in Anspruch genommen, auch wenn er sie für wichtig und richtig hält. Aber er hatte die Kollegen an seiner Seite, er war also nicht alleine mit der Situation. Er weiß jetzt, dass das nicht gut wäre: “Das gilt auch für Polizisten. Auch wir sind Menschen.”

Im Nachhinein sagt Oliver: “Ich bin froh, dass ich den Versuch gewagt habe”, und “wenn’s wieder passiert, würde ich es wieder tun”.

Die ausführliche Geschichte könnt ihr hier nachlesen.

Es ist eben kein Beruf – sondern eine Berufung. Danke, Oliver!

Den Angehörigen der verstorbenen Person gilt unser Mitgefühl.