So wird aus dem Personalmangel der Polizei ein Geschäft

29. November 2016 at 16:21

Der Personalmangel der Polizei war schön öfter Thema bei uns. Nach Jahren des Abbaus soll hier und da wieder mehr Personal eingestellt werden. Eine Trendwende, die man nur begrüßen kann!

Doch bis es soweit ist und die neuen Kollegen tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, dauert es noch eine Zeit. Sie müssen ausgewählt, eingestellt und ausbildet werden. Es dauert also noch mindestens drei Jahre bis man überhaupt etwas von dem Einstellungsplus bemerkt, sofern er denn beschlossen wurde (und das ist unterschiedlich bei den 16 Länderpolizeien und der Bundespolizei).

Wegen der angestiegenen Einbruchskriminalität und der daraus resultierenden Angst der Hausbesitzer macht ein Berliner nun aus der Not ein Geschäft. Er bietet Streifenwagen-Attrappen zum Mieten an. Die Fahrzeuge, die bislang für TV-Produktionen verwendet wurden, können nun von Jedermann gemietet werden.

Wie aus dem Bericht zu lesen ist, besitzt die Firma insgesamt 17 dieser “Streifenwagen”, von denen fünf bis acht alleine für den Schutz von Häusern gebucht werden. Die Angst ist also da und damit auch eine Grundlage fürs Geschäft.

Zwar sind diese Mitfahrzeuge keine echten Streifenwagen, beim Bewegen auf öffentlichem Grund müssen die Polizeiaufschriften entfernt werden und geparkt werden dürfen sie nur auf privatem Grund. Rechtlich ist der Anbieter also auf der sicheren Seite. Aber wer will das schon kontrollieren, ob der Mieter sich auch tatsächlich an die Regeln hält?

Die Versuchung ist groß, mal zu wissen, wie es ist, mit einem Streifenwagen unterwegs zu sein. Und die Polizei hat nicht genügend Personal, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren, ansonsten gäbe es dieses Geschäftsmodell nicht.

Eines zeigt die Sache auf jeden Fall – und das ist bedenklich: Das Geschäftsmodell “Streifenwagenmiete” basiert auf der berechtigten Angst der Hausbesitzer, Opfer eines Einbruchs zu werden. Alleine im ersten Halbjahr 2016 wurden 6.690 Einbrüche bei der Polizei in Berlin angezeigt. Einziger Grund, sich einen solchen falschen Streifenwagen zu mieten, ist die Abschreckung dieser Einbrecher.

DAS ist Präventionsarbeit und die wäre eigentlich Königsdisziplin der Polizei. Wäre…