“Die 🎄 haben wir auf der Straße gefunden”: Polizisten schnappen Weihnachtsbaumdiebe

17. Dezember 2016 at 13:48

weihnachtsbaum

Bild: Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr

Manchmal neigen die Menschen dazu eine ganz eigene Sicht auf gewissen Dinge zu haben, besonders, wenn es um rechtliche Belange geht. So wird aus einem Diebstahl schnell ein Fund, doch diese Ausrede konnte die Kollegen nicht beeindrucken.

Die Polizisten aus Mülheim an der Ruhr beobachteten nämlich des Nächtens in der Altstadt, es war so gegen 01:30 Uhr, zwei Männer, die die Straße entlang gingen. Ungewöhnlich war, dass sie um diese Uhrzeit jeweils einen Tannenbaum, eingewickelt in ein Netz, geschultert hatten.

Da für gewöhnlich um diese Uhrzeit kein Christbaumverkauf mehr stattfindet, gingen die Beamten der Sache nach. Die beiden Männer, 22 und 29 Jahre alt, gaben an, die Bäume kurz zuvor “auf der Straße gefunden” zu haben.

Aha…

Das dachten sich auch die Polizisten und hatten schnell heraus, woher die Bäume stammten, und zwar aus einem Verkaufsstand um die Ecke. Die hatten die Diebe nämlich dort entwendet.

Die beiden Männer erwartet nun eine Strafverfahren wegen Diebstahls. Die Bäume durften sie natürlich nicht behalten, auch wenn sie ihrer Auslegung nach eine Fundsache waren. Die Polizisten brachten die Bäume im Verbringungsgewahrsam zurück, wo sie hingehörten (uniformiertes Christbaumtaxi siehe Bild).

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11562/3513433

Was die beiden Männer nicht bedacht haben: Ihre Ausrede war – ganz abgesehen von ihrem Wahrheitsgehalt – nicht so clever wie sie dachten. Denn auch eine Fundsache darf man nicht automatisch behalten, sondern sollte sie den Behörden (Polizei, Fundbüro) übergeben.

Nach angemessener Wartezeit hat man dann einen rechtlichen Anspruch auf die Fundsache, sofern man diesem Recht nicht widersprochen hat. Behält man stattdessen einfach den Fund, kann man sich der (Fund-) Unterschlagung schuldig machen, welche – wie der Diebstahl – strafbar ist.