Herbergssuche heutzutage: Polizei gewährt gestrandetem Paar Obdach

6. Dezember 2016 at 8:53

Herbergssuche heutzutage: Polizei gewährt gestrandetem Paar ObdachEs hat etwas von der Herbergssuche aus der Weihnachtsgeschichte und die zeitliche Nähe zu diesem Fest tut ihr übriges, genau an diese Situation zu denken. Und auch gut 2000 Jahre später gab es jemanden, der sich erbarmte und Menschlichkeit zeigte.

Ein 60-jähriger Mann und seine 56-jährige Frau befanden sich vergangenen Samstag auf der Rückreise aus dem Urlaub. Ihr eigentliches Ziel lag in Saalfeld (Thüringen) und dorthin wollten sie mit dem Zug fahren.

Sie kamen, aus Richtung München kommend, nicht besonders weit und mussten ihren Zug verlassen, da es bei Erlangen wegen eines Oberleitungschadens zu Behinderungen kam. Mit der S-Bahn ging es weiter bis Erlangen, wo eigentlich ein Anschlusszug bereitstehen sollte.

Aber diesen Zug gab es offensichtlich nicht. Das Paar fuhr dann mit Lokalbahnen über Bamberg bis Lichtenfels in Oberfranken, wo dann ungewollt Endstation war. Der nächste Zug in Richtung Heimat fuhr nun erst wieder gegen 6 Uhr. Was nun?

Im Polizeibericht heißt es:

“Da ihnen jedoch der Verbleib im Bahnhofsgebäude von der Bahn zur Nachtzeit verwehrt und das Gebäude abschlossen werden musste, alle Hotels in Lichtenfels ausgebucht waren und die Taxikosten vermutlich zwei Tickets für einen Flug nach Rom überschritten hätten, wandte man sich hilfesuchend an die örtliche Polizei.”

Und die hatte Einsicht, dass man etwas tun musste. Angesichts von -8°C Außentemperatur konnte man diese gestrandeten Menschen nicht sich selbst überlassen. Die Polizisten brachten das Ehepaar zur Wache in Lichtenfels, wo sich die beiden im dortigen Sozialraum aufhalten und wärmen konnten, bis sie den nächsten Zug gegen 05:42 Uhr – nun endgültig in Richtung Heimat – besteigen konnten.

Ein modernes Märchen? Nein, “nur” Menschen mit 💙 in einer Uniform…

Danke an Christine für den Hinweis!