Leserbrief von Jörg zu Maxime Linder

8. Dezember 2016 at 20:59

Leserbrief von Jörg zu Maxime LinderVor ein paar Tagen hinterließ Jörg hier auf unserem Blog sehr bewegende Worte. Er beschreibt seine Gedanken und Gefühle zum Tod der 22-jährigen Kollegin Maxime Linder aus Hamburg:

Jetzt ist schon wieder eine Woche vergangen, dass uns alle die schreckliche Nachricht erreichte, dass Maxime nicht mehr am Leben ist.

Auch ich bin, wie Frank, ein ganz einfacher Bürger, kein Polizist. Ich fahre einen Bus und manchmal einen LKW. Es vergeht einfach keine Minute, in der ich nicht an Maxime denken muss.

Auch ich habe Maxime zu Lebenszeiten nicht kennenlernen dürfen. Gerne hätte ich sie gekannt, hätte gerne ihr nettes Lächeln, welches auf ihren Fotos zu sehen ist, live gesehen, gerne hätte ich mit ihr gelacht, gerne hätte ich sie in den Arm genommen und getröstet, gerne hätte ich auch mit ihr geweint.

Nein, es sollte nicht sein.

Ich fahre weiter meinen Bus, meist in der Nacht von Bremen über Hamburg nach Berlin. Ich fahre über die A24, komme also am Sachsenwald vorbei.

Und dann weine ich.
Niemand sieht es, auch meine Fahrgäste nicht.
Es ist dunkel.

Ich schäme mich meiner Tränen nicht, es ist das wenigste was mir bleibt.

Wenn ich das nächste Mal in Hamburg einen Polizisten oder eine Polizistin sehe, werde ich ihn, oder sie, einfach umarmen.

Ihr alle macht einen verdammt guten Job.
Ihr werdet Maxime gewiss nie vergessen.
Und ich werde es auch nicht.

Vielleicht versiegt eines Tages meine Tränenquelle, aber ich werde Maxime weiterhin in meinem Herzen tragen.

Bitte liebe Polizisten, achtet auf euch, aber bitte auch auf eure Kollegen und Kolleginnen.

Wir alle brauchen euch.

Ich wünsche euch allzeit eine schöne Dienstzeit, wenn diese Adventszeit und auch das Weihnachtsfest für euch anders ausfallen wird, wünsche ich euch und euren Familien dennoch eine besinnliche Weihnachtszeit und ein vielleicht besseres Jahr 2017.

Ich denke, dass Maxime euch dasselbe wünscht, von dort wo sie jetzt ist. Wir alle werden vielleicht in dieser Zeit jetzt öfter beten, als wir es sonst tun würden.

Und Maxime schließen wir in unsere Gebete ein. Sie wird weiterhin ein wachsames Auge auf uns haben.

Ich wünsche euch und euren Familien ganz viel Kraft das Geschehene zu verarbeiten. Für euch ist es natürlich noch viel schwerer.

Ich wünsche auch den Eltern von Maxime, ihren Angehörigen und ihren Freunden ganz viel Kraft in dieser sehr schweren Zeit.

Bitte achtet ihr auch alle auf euch.