Vores dybeste medfølelse (Unser tiefes Mitgefühl): Dänischer Polizeidiensthundeführer vor Polizeistation niedergeschossen

9. Dezember 2016 at 21:58

Dänischer Polizeidiensthundeführer vor Polizeistation niedergeschossenMit traurigen Blicken schauen wir zu unseren Nachbarn nach Dänemark. Dort ist am vergangenen Dienstag ein Polizeidiensthundeführer vor der Polizeistation in Albertslund (einem Problemvorort der Hauptstadt Kopenhagen) von einem Mann niedergeschossen worden, der schon seit vielen Jahren einen Hass gegen Polizisten gehegt haben soll.

Wie es heißt, war der 43-jährige Polizist Jesper Juls auf dem Weg zum Dienst, als er von einem 26-jährigen Mann durch einen Kopfschuss niedergestreckt wurde. Die Verletzungen waren zunächst nicht als lebensbedrohlich eingeschätzt worden.

Als im Tagesverlauf zunächst Hoffnung bestand, dass der Polizist diesen schweren Angriff überleben könnte, entstanden im Laufe des Nachmittags Komplikationen. Jesper Juls verstarb am Mittwoch gegen 14:18 Uhr im Krankenhaus im Kreise seiner Familie.

Jesper hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Der 26-jährige Gewalttäter wurde eine halbe Stunde nach diesem feigen Angriff etwa vier Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft und muss sich nun nach dänischem Recht wegen Totschlags verantworten. Die Tatwaffe soll er aus einem Schützenverein in Rødovre entwendet haben.

Der Gewalttäter soll wohl der Polizei kein Unbekannter sein. Wie bekannt wurde, hatte er 2012 schon einmal einen Polizisten mit einer Pistolennachbildung bedroht und erhielt dafür eine achtmonatige Gefängnisstrafe.

Jesper Juls ist damit der erste dänische Polizist seit 21 Jahren, der im Dienst getötet wurde.

Die Öffentlichkeit nahm Anteil an dem Tod des Polizisten und legte Blumen an der Polizeistation nieder und zündete Kerzen an. Am gestrigen Donnerstag hielt die dänische Polizei um 12 Uhr eine Schweigeminute ab. Kollegen und Angehörige des Diensthundeführers trafen sich am Ort des Geschehens vor der Polizeistation und nahmen abgeschirmt von der Öffentlichkeit gemeinsam Abschied.

Vor dem Hintergrund dieses tödlichen Anschlags auf einen Polizisten in Dänemark hat unser Berliner Kollege Alexander folgende Worte gefunden:

“Eine Situation die jeden von uns treffen kann.
In diesem Beruf lauern die Gefahren nicht nur im unmittelbaren Umfeld eines Einsatzes. Nein, diese beginnen weit früher.

Wir alle verlassen unser Heim, unsere Familien , unsere Freunde um anderen Hilfe zu leisten, Situationen zu schlichten, Streitigkeiten zu beenden und oft auch einfach mal “nur” ein offenes Ohr für jeden Bürger oder Touristen zu haben.

Mit Zuviel Angst darf man diesen Job nicht ausüben. Angst ist aber dennoch wichtig, denn sie lässt uns aufhorchen und schärft den Blick. Wer keine Angst hat, der wird sich auch niemals auf Eigensicherung berufen können.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Nehmt den bedrückenden Vorfall aus Dänemark um einmal über eure Eigensicherung nachzudenken. Passt immer gut auf euch auf. Vielen von uns wird leider nur eine Chance zum Leben geboten. Eine Wiederholung oder ein Zurückspulen wird es nicht geben.

Mein herzliches Beileid an die Familien, Freunde und Kollegen eines jeden im Dienst oder auf den wegen dorthin/nach Hause, verletzten oder getöteten Kollegen/Kollegin.
Natürlich zählt hierzu Feuerwehr, Ordnungsamt, Bundeswehr, Rettungsdienste sowie auch die gute alte Polizei.”

Wir trauern mit den Angehörigen, aber wir sind in Gedanken auch bei den Kolleginnen und Kollegen! Ihnen allen wird schmerzlich vor Augen geführt, wie gefährlich der Dienstalltag sein kann und wie plötzlich das Leben enden kann.

Wir wünschen den Hinterbliebenen, wie auch den Kollegen, viel Kraft und eine gute Trauerbewältigung! Insbesondere den eingesetzten Kollegen und Rettungskräften wünschen wir alle notwendige Unterstützung bei der Verarbeitung.

Ruhe in Frieden #brotherinblue! Du bleibst unvergessener Teil der Polizeifamilie! ⚫🔵⚫