60 Jahre Blitzer, das notwendige Übel

20. Januar 2017 at 18:15

60 Jahre Blitzer, das notwendige Übel

Bildausschnitte: Polizei Bayern

Geschwindigkeitskontrollen gehören zu unserem Aufgabenfeld, wie Straftäter zu verhaften. So, wie sich Straftäter nicht an geltendes Recht halten, so hält sich auch mancher Verkehrsteilnehmer nicht an die geltenden Verkehrsregeln. Von daher ist es erforderlich, dass wir einschreiten. Gäbe es keine Verstöße, so müssten wir nicht handeln. Auch im Straßenverkehr wird übrigens zwischen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten unterschieden, so dass bei geringen Verstößen auch mal nur eine mündliche Verwarnung von uns ausgesprochen werden kann.

Für uns Polizisten ist es wichtig für ihre Sicherheit zu sorgen und leider geht das oft nicht anders als über das Maßregeln.

Einige Bürger sprechen von Abzocke oder Wegelagerei… Nein, wenn man sich an die Verkehrsregeln hält, dann muss man auch mit keiner Strafe rechnen. In Deutschland verunglücken immer noch jährlich mehr Menschen als sie Opfer von Straftaten werden und genau das möchten wir ändern. Mehr Rücksicht und nicht schneller fahren als erlaubt, würde da schon sehr viel zu beitragen.

Primär geht es bei den Geschwindigkeitsmessungen nicht um den Verkehrsteilnehmer der vielleicht mal mit 10 km/h zuviel gemessen wird. Und das obwohl die Unfallfolgen bei 10 km/h zuviel auch schon sehr drastisch ausfallen können- gerade wenn schwächere Verkehrsteilnehmer wie z.B. Fußgänger beteiligt sind.

Bei den Geschwindigkeitsmessungen geht es um die Raser. Solche, die mit mehr als deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf Deutschlands Straßen unterwegs sind.
Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nicht dafür da um Autofahrer zu ärgern, sondern es geht um Sicherheit.

Jährlich werden Unfallstatisken erstellt. Sind dort Unfallschwerpunkte ersichtlich, wird nach Lösungen gesucht.

Wie findet man eine Lösung?

Man schaut sich die Ursache an. Liegt die Ursache einer Unfallhäufungsstelle nun in Geschwindigkeitsverstößen, so bleiben als Maßnahmen verschiedene Möglichkeiten. Man kann die Höchstgeschwindigkeit einschränken und/oder die Geschwindigkeit an der Stelle überwachen lassen. Beides bedarf mehrerer Prüfungen und läuft durch viele Hände. Die Polizei ist nur ein Teil davon.

Sinn und Zweck ist also an diesen Stellen die Entschärfung von Unfallschwerpunkten.

Denn wir Polizisten nehmen lieber Straftäter fest, als zu einem Unfall mit Verletzen, Schwerverletzten oder gar Toten zu fahren. Denn hierbei ist ein Mensch zu Schaden gekommen. Ein Schaden, den wir gerne verhindern möchten. Der Bürger und seine Sicherheit liegt uns am Herzen. Ein Grund für viele von uns, weshalb wir diesen Beruf gewählt haben..

Des Weiteren können wir mobile Geschwindigkeitsmessungen gar nicht so häufig durchführen, da das Personal anderweitig benötigt wird. So findet der bundesweite Blitzmarathon in einigen Regionen gar nicht statt.

Die Einnahmen der Messungen kommen ebenfalls nicht der Polizei zu Gute, sondern dem Land bzw. der Kommune. Denn auch Kommunen dürfen und können selbstständig Geschwindigkeitsmessungen- unabhängig von der Polizei- durchführen.

In unserem Dienstalltag werden wir häufig zu Unfällen gerufen. Unfälle die wir aufnehmen oder absichern müssen. Unfälle, die hätten vermieden werden können, wenn man nicht zu schnell gefahren wäre, oder nicht mit dem Handy gespielt hätte. Unfälle, die nur nicht einen gravierenden Einschnitt in dem Leben des Verursachers hinterlassen haben, sondern fast immer werden auch Unbeteiligte geschädigt, verletzt oder gar getötet.

Diese Bilder brennen sich in unseren Kopf und sind sehr schwer zu verarbeiten. Die Einen werden meinen, dass es zu unserem Beruf gehört, das mag zwar stimmen.
Aber dennoch gehört es auch zu unserem Beruf, Menschen zu beschützen.
So hoffen wir mit unseren Messungen und Maßnahmen nicht nur die Unbeteiligten zu schützen, sondern auch die, die sich nicht an die Regeln halten wollen.

Auf Deutschlands Straßen sind im Jahr 2015 3 459 Menschen im Straßenverkehr tödlich verletzt worden und 393 432 wurden verletzt.

Wir Polizisten möchten, dass ihr gesund und heil an eurem Ziel ankommt und deshalb messen wir für eure Sicherheit und nicht aus Spaß oder zur Abzocke.

https://www.polizei.bayern.de/oberfranken/news/presse/aktuell/index.html/254878