Alptraum für viele Eltern: Bundespolizisten verhindern Kindesentziehung

24. Januar 2017 at 21:03

Bundespolizisten verhindern KindesentziehungWenn die Kinder aus dem Kindergarten oder aus der Schule nicht nach Hause kommen, beginnt oft für die Eltern ein Alptraum.

Viele Menschen leben mit Partnern zusammen, die aus anderen Ländern stammen, und rechnen dann mit dem schlimmsten. So wie auch in diesem Fall, der sich am vergangenen Freitagmittag am Flughafen München ereignete. Er sei beispielhaft genannt, da sie öfters passieren und unabhängig von der jeweiligen Nationalität sind.

Dank der Aufmerksamkeit zweier Bundespolizisten konnte eine junge Frau aus dem österreichischen Leonding vor eben diesem Alptraum bewahrt werden. Sie kontrollierten bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle des Nachmittagsfluges nach Tunis die Dokumente der Reisenden, als ihnen ein 51-Jähriger mit zwei Kleinkindern auffiel.

Die drei waren ohne Ehefrau und Mutter und scheinbar zu einem plötzlichen Todesfall in der Familie unterwegs. So schilderte es der gebürtiger Tunesier österreichischer Nationalität, der offensichtlich der Vater des fünfjährigen Mädchens und des zweijährigen Buben ist. Die Mutter sei bereits in seinem Geburtsland und man könne sie allerdings nicht telefonisch erreichen.

Auch eine schriftliche Einverständniserklärung der Kindsmutter zur aktuellen Reise konnte der 51-Jährige nicht vorlegen. Die beiden erfahrenen Beamten wurden hellhörig und forschten nach. Dabei erfuhren sie von ihren Kollegen im Polizeikooperationszentrum in Passau, dass die 29-jährige Mutter die besagte Reise nach Tunis nie angetreten hatte. Ganz im Gegenteil war gerade bei den Kollegen an ihrem Wohnort in Österreich vorstellig geworden und hat ihren Verdacht geäußert, das ihr Mann die Kinder nach Tunesien verschleppen wolle.

Er sollte die beiden Kinder aus dem Kindergarten abholen und sie nach Hause bringen, was er aber nicht gemacht habe. Außerdem fehlten die Pässe und eine größere Menge Bargeld. Da sie sich scheiden lassen wollte hatte sie allen Grund zu diesem Verdacht.

Die beiden Bundesbeamten nahmen den Österreicher nun fest und seine beiden Kinder in Obhut. Kaum hatten die deutschen Bundespolizisten die österreichischen Kollegen über die Festnahme des 51-Jährigen informiert, machte sich die Mutter der Kleinen umgehend mit dem Zug nach München zu ihren Kindern auf.

Kurz nach Mitternacht, als sie am Münchner Airport ankam, war der Alptraum vorbei und sie konnte ihre Kinder wieder in ihre Arme schließen.

Ein Vorfall der leider viel öfter passiert, als darüber allgemein berichtet wird. Dabei spielt die Nationalität auch gar keine Rolle. Viele Eltern, die sich trennen und aus unterschiedlichen Ländern kommen, machen sich keine oder wenige Gedanken darüber was dies für ihre Kinder bedeutet.

Ein Elternteil von ihnen möchten gerne dies alles hinter sich lassen und in der Heimat neu beginnen. Sie behandeln dabei ihre Kinder wie ihr Eigentum, wollen nicht auf sie verzichten und schleppen sie mit in ein Land mit großer Ungewissheit für sie. Die Kinder werden dabei aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen – und das von den Menschen, die sie bereits kennen.

Sie missachten geltende Gesetze und auch das Vertrauen des Noch-Partners. In diesem Fall ist es zum Glück, dank der Aufmerksamkeit der Bundespolizisten, noch einmal gut ausgegangen!