Arbeitsdruck: Komplette Polizeieinheit meldet sich kollektiv krank

9. Januar 2017 at 17:11

Arbeitsdruck: Komplette Polizeieinheit meldet sich kollektiv krankDie belgische Polizei hat seit den Terroranschlägen in Frankreich, bei der sich herausstellte, dass einige der Attentäter aus dem nahen Belgien kamen, die Terrorwarnstufe 3. Dies bedeutet hoher Arbeitsdruck, Überstunden, Ermittlungen und Razzien.

Dass diese hohe Arbeitsbelastung auf Dauer nicht gut gehen kann, zumal auch in Belgien Personalmangel herrscht und die übrigen Kollegen die Arbeit des fehlenden Personals übernehmen müssen, dürfte auf der Hand liegen. So kam es nun in der vergangenen Woche zu einem einmaligen Vorfall.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat sich eine komplette Polizeieinheit des Interventionsteams der Brüsseler Polizeizone West kollektiv krank gemeldet. Die 25 Polizisten umfassende Einheit steht unter hohem Arbeitsdruck und konnte zum Nachtdienst nicht erscheinen. Auch der folgende Frühdienst blieb vom Dienst fern. Akku leer.

Kris Verstraten von der Polizeigewerkschaft erklärte: “Beim Interventionsteam fehlen 11 von 24 Oberinspektoren und bei den Inspektoren arbeiten wir mit 32 Beamten zu wenig.” Eigentlich müsste die Einheit aus 140 Kräften bestehen, so Verstraten, und dass überhaupt noch jemand im Dienst sei, sei nur der Bereitschaft derer zu verdanken, die “noch übrig bleiben”.

Brüssels Polizeichef Johan De Becker bestätigte das Personalproblem. Er erklärte gegenüber der Presse, dass auf die Verstärkung der Bundespolizei für Brüssel teilweise immer noch gewartet werde. 50 Polizisten hätten zusätzlich den Dienst dort antreten sollen, 34 seien es bislang. Strukturell habe die Brüsseler Polizei insgesamt 125 Fehlstellen und sei damit unterbesetzt.

Durch die Krankmeldung der Polizeieinheit sei es aber nicht zu einem Sicherheitsproblem gekommen, da der Dienst von anderen Einheiten übernommen wurde, wie es heißt.