+Eilmeldung+ Zwei Polizisten bei Hausdurchsuchung beschossen und schwer verletzt

3. Januar 2017 at 19:05

Zwei Polizisten bei Hausdurchsuchung beschossen und schwer verletztBei Großfahndung richtet Täter Waffe gegen sich selbst

Bereits seit heute Morgen läuft im schweizerischen Rehetobel (Kanton Appenzell Ausserrhoden) ein Großeinsatz der Polizei. Gegen 9 Uhr sollte dort durch die Polizei eine Hausdurchsuchung durchgeführt werden.

Die eingesetzten Polizisten wurden sogleich durch den 33-jährigen männlichen Täter beschossen und schwer verletzt. Mit der schweizerischen Luftrettung Rega kamen die beiden verletzten Beamten in umliegende Spitäler und wurden sogleich notoperiert. Einer der Kollegen befindet sich nach wie vor in kritischem Zustand.

In einer großangelegten Fahndung durch die Kantonspolizei Appenzell Ausserrohden, die durch Kollegen von der Kantons- und Stadtpolizei St. Gallen sowie dem WFD der Stadtpolizei Zürich unterstützt wurde, war man auf der Suche nach dem flüchtigen und bewaffneten Täter. Wie es heißt, habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden.

Polizisten konnten den flüchtigen Täter im Rahmen der Fahndung stellen. Hanspeter Saxer, Sprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei: “Wir befinden uns in Sichtkontakt mit dem Mann. Spezialisten verhandeln mit ihm und versuchen, ihn zum Aufgeben zu bewegen.”

Als Beamte den Täter festnehmen wollten, richtete er seine Waffe gegen sich selbst und verletzte sich ebenfalls schwer. Für 19:30 Uhr ist eine Pressekonferenz im Polizeikommando Herisau festgesetzt worden.

Wir senden die besten Genesungswünsche zu den schwer verletzten Kollegen und hoffen, dass sie diesen schlimmen Einsatz psychisch wie physisch gut verkraften! Wir sind in Gedanken auch bei den Kollegen und den Angehörigen, die nun schlimme Stunden durchleben müssen.

Haltet durch, #brothersinblue! ⚫️🔵⚫️

+Update zur Pressekonferenz+

Soeben ist die Pressekonferenz zu Ende gegangen. Hier die wichtigsten Informationen:

Die Hausdurchsuchung soll wegen Hinweisen auf eine Indoor-Hanfplantage durchgeführt werden. Die Durchsuchung war bereits abgeschlossen (es wurde keine Plantage gefunden, aber Utensilien hierfür), der Täter war geständig, als er plötzlich das Feuer auf die Polizisten eröffnete. Diese erwiderten das Feuer.

Bei den eingesetzten Polizisten handelte es sich um erfahren Beamte, die zum Zeitpunkt der Durchsuchung keine Schutzweste trugen. Wie Polizeikommandant Reto Cavelti bestätigte, hätten die Schutzwesten für diese Verletzungen nicht genützt.

Der Polizist, bei dem aktuell immer noch Lebensgefahr besteht, erlitt einen Herzdurchschuss. Er wurde in St. Gallen notoperiert und befindet sich nun in einer Spezialklinik.

Bei dem Täter konnten mehrere Waffen mit Magazinen gefunden werden. Das Feuer eröffnete er mit einer Handfeuerwaffe. Der Täter habe sich selbst gerichtet und sei tot. Ob er Helfer oder Unterstützer hatte, woher die Waffen stammten, ist noch unklar.

Roger S., der Täter, war Schweizer Bürger. Er wurde 2004 wegen mehrfach versuchter Tötung, schwerer Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu Arbeitserziehung im Axhof in Basel verurteilt, so Staatsanwalt Bruno Werlen.

Polizeikommandant Reto Cavelti sagte, dass alle übermenschliches geleistet hätten. Das Ostschweizer Polizeikorps habe funktioniert. Auch St. Galler und Thurgauer Polizisten seien vor Ort gewesen. Er dankte ihnen, wie auch der Regiwehr, den Notärzten und der Rega. Die Polizisten seien erfahren gewesen und hätten korrekt gehandelt. Es sei eine Verkettung unglücklicher Umstände gewesen.

Graziosa Gairing, Chefin der Kriminalpolizei, zeigt sich sehr betroffen und kämpfte mit den Tränen. Die involvierten Einsatzkräfte werden psychologisch betreut. “Das ist eine emotionale Achterbahnfahrt”, so Cavelti. Er sei sehr betroffen und werde diesen Tag nie vergessen. Dieser Vorfall sei das Schlimmste, was man sich vorstellen könne als Polizeikommandant.