Erfolgreiche Reanimation eines Säuglings: Polizist kann mit Hilfe der Rettungsleitstelle das Baby retten

15. Januar 2017 at 15:07

Eine Lebensrettung ist immer mit Stress auf allen Seiten verbunden und bei einer erfolgreichen Lebensrettung ist die Erleichterung danach groß. Bei einem Säugling bekommt eine solche Maßnahme aber noch mehr Dramatik.

Ein sechs Tage junges Baby konnte ein Polizist aus Schleswig-Holstein vor wenigen Tagen erfolgreich bei einem Atemstillstand reanimieren und da die Wiederbelebung eines Säuglings auch für einen Polizisten nicht gerade alltäglich ist, auch wenn er in er Erstrettung geschult ist, hatte er tatkräftige Hilfe am Telefon.

Die Helden dieser Geschichte heißen Matthias Thye von der Polizei Steinbergkirche und Tobias de Haan von der Rettungsleitstelle in Harrislee. Beide Blaulichter arbeiteten perfekt zusammen, wobei ein glücklicher Umstand noch hinzu kam: Die Familie des geretteten Säuglings wohnt im selben Gebäude, in der sich die Polizeidienststelle befindet.

Matthias Thye war nämlich gerade dabei den Streifenwagen in die Garage zu parken, als der Vater des Säuglings an die Beifahrerscheibe klopfte. Eine Verständigung mit dem irakischen Flüchtling war kaum möglich, aber der Kollege bemerkte die Not. Dann drückte der Vater dem Polizisten das Handy in die Hand und schon sprach er mit Tobias de Haan, Disponent der Rettungsleitstelle.

Doch beide Blaulichter wussten immer noch nicht, was tatsächlich los war. Also ging Matthias Thye mit in die Wohnung. Dort fand er eine völlig aufgebrachte Mutter, die ihr Baby im Arm hielt, vor. “Ich konnte keine Atmung feststellen. Der Brustkorb hob und senkte sich nicht mehr”, erzählt Thye diesen dramatischen Moment.

Jetzt musste es schnell gehen und unter Anleitung von de Haan begann der Polizist mit der Reanimation. “Der Mitarbeiter der Leitstelle hat mir Schritt für Schritt erklärt, was ich tun muss. Ich habe in diesem Moment nur funktioniert und die Anweisungen befolgt”, berichtet Thye.

Schon nach der ersten Atemspende kehrte das Leben in den Säugling zurück und es wurde wieder agil. Dann standen plötzlich die Rettungssanitäter im Raum und übernahmen die weitere Versorgung, sowie den Transport des Babys in eine Klinik.

Für Matthias Thye war seine Intervention selbstverständlich, auch wenn er Hilfe benötigte, die er von Tobias de Haan erhielt. Der Polizist bedankt sich auch ausdrücklich beim Disponenten der Rettungsleitstelle: “Er hat mir die ganze Zeit den Rücken gestärkt und gesagt, was ich tun soll. Das war eine sehr gute Zusammenarbeit.” Und was noch wichtig für Thye war: Die ruhige Stimme von de Haan am Telefon, der geduldig war und wusste, was zu tun war.

Ganz große Klasse von den beiden Blaulichtern, Respekt und Anerkennung für diese Leistung!

Die Lebensretter werde jeweils in einem Zeitungsartikel vorgestellt: Polizist Matthias Thye und Retter Tobias de Haan.