Erfundene Vergewaltigung auf Facebook

14. Januar 2017 at 19:40

Erfundene Vergewaltigung auf FacebookIn letzter Zeit tauchen immer häufiger Fake-News, also Falschmeldungen, auf. Die Themenvielfalt ist groß und die Reichweite meist sogar noch größer.

So wie auch bei dieser Meldung, in der die Rede von einer brutalen Vergewaltigung, begangen an einer 17-Jährigen durch einen Asylbewerber, ist. Das Mädchen musste anschließend notoperiert werden und von den Behörden sei die Tat angeblich verschleiert worden.

Die Polizei Mühldorf/Rosenheim (Bayern) leitete umgehend eine Überprüfung ein und sie stellte fest, dass dieser Vorfall niemals passiert ist. Noch am selben Tag wurden Ermittlungen zur Identifizierung der Person eingeleitet, welche diese Hoax (engl. für Ente = Falschmeldung) verfasste. Inzwischen steht fest, dass eine 55 Jahre alte Frau aus dem niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn dafür verantwortlich ist.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln gegen sie wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat und wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Solche Falschmeldungen sind oft Absicht des Verfassers. Denn sie setzen etwas schnell in Bewegung, was sich trotz Richtigstellung nur sehr langsam und mühsam aufhalten lässt. Sie haben irgendetwas aufgeschnappt oder erfinden etwas, was dann schnell die Runde macht. Sie können damit großen Schaden anrichten und spielen nicht selten mit dem allgemeinen Sicherheitsgefühl.

Deswegen sollte man sich vorher gut überlegen, ob man alle Meldungen so einfach teilen sollte. Denn letzten Endes lässt man sich „einen Bären aufbinden“.

❗️Um das zu verhindern kann man so einiges Beachten:

➡️ Man kann nach dem Absender schauen und woher diese Meldung kommt.
➡️ Man sollte auch hinterfragen und schauen, ob diese Meldungen etwa in der Presse oder auch von der Pressestelle einer Polizeidienststelle bestätigt wurden.
➡️ Man kann auch nachfragen woher der Poster diese Nachricht hat.

Doch nun noch einmal zurück zu den schweren Anschuldigungen dieses Posts. Einer Frau oder auch einem Mädchen kann fast nichts schlimmeres passieren, als eine Vergewaltigung. Die Folgen daraus begleiten Frauen oft lebenslang. Viele brauchen Hilfe bei der Verarbeitung eines solchen Vorfalls, die oft über Jahre hinweg dauert.

Jede Anschuldigung sollte genau aus diesen Gründen den Tatsachen entsprechen und nicht erfunden werden. Sie sind kein Kavaliersdelikt, um sich mal an einem Mann zu rächen oder, wie in diesem Fall, an einer bestimmten Gruppe von Menschen.

👉 Also erst nachdenken, nachfragen und dann erst teilen (wenn überhaupt). 👈