Gedanken eines Polizisten: Warum werden wir von manchen Menschen so gehasst? (von Frank)

8. Januar 2017 at 20:27

Gedanken eines Polizisten: Warum werden wir von manchen Menschen so gehasst? (von Frank)

Im Jahr 2015 wurden 62000 Polizisten Opfer einer Straftat. Die Zahlen für 2016 werden nicht anders, wenn nicht sogar höher ausfallen.

Die meisten Übergriffe (80 %) auf Polizisten geschehen in alltäglichen Situationen, wie bei Verkehrskontrollen, Einsätzen zu Streitigkeiten, häusliche Gewalt. Oft wird dann die Wut, die vorher dem Gegenüber galt, auf die Polizei oder Rettungskräfte gerichtet.

Beamte werden angegriffen (mit Waffen oder ohne), angespuckt, beleidigt… Das eigene Fehlverhalten wird nicht gesehen, es wird auf den Beamten abgewälzt und er ist der Schuldige für die Situation. Es interessiert nicht mehr, dass wir helfen wollen.

Ich selbst bin jetzt im sechsten Jahr bei der Polizei. In diesen sechs Jahren war ich siebenmal im Krankenhaus. Siebenmal wurde ich so angegriffen, dass ich insgesamt 30 Wochen nicht dienstfähig war.

Eine der Verletzungen entstand bei einem Einsatz zu Streitigkeiten zwischen zwei Männern. Als wir die Streithähne getrennt hatten richtete sich die Gewalt der beiden unvermittelt gegen uns. Mein Kollege erlitt einen Hand- und Schlüsselbeinbruch und ich erlitt einen Kiefer- und Schlüsselbeinbruch. Die zahlreichen Hämatome am ganzen Körper waren noch das kleinste Übel, aber sie waren sehr schmerzhaft.

Die Folgen aus diesem Angriff waren einige Zeit im Krankenhaus und einige Wochen zu Hause. Man geht in der Folge definitiv anders in solche Einsätze hinein. Man achtet noch mehr auf Eigensicherung, die wir an diesem Tag sicher nicht vernachlässigt haben. Man achtet noch mehr auf sein Gegenüber, achtet noch mehr auf Gestik, Mimik.

Die Waffe ziehe ich heute dennoch nicht schneller, denn es ist das allerletzte Mittel, das ich einsetzten möchte. Ich habe mich noch mehr ins Training im Kampfsport gestürzt um mich und meinen Kollegen besser vor solchen Übergriffen schützen zu können. Man hat Respekt davor wieder auf die Straße zu gehen, wenn man derart verletzt wurde.

Man kann auch sagen, dass man etwas Angst empfinden kann, diese Angst ist aber auch nicht schlimm, denn sie macht wachsam und ist gut gegen die Routine. Man muss diese Angst aber kontrollieren und für sich nutzen

Die Beleidigungen, das angespuckt werden waren am Anfang ein großes Problem für mich. Aber man legt sich ein dickeres Fell zu. Mich können nur noch Menschen beleidigen die ich mag, alles andere prallt an einem ab. Muss es auch, sonst geht man kaputt, wenn man alles an sich heranlässt.

Die Menschlichkeit selbst möchte und sollte man sich trotz allem bewahren. Sie ist es, was meine Arbeit mit ausmacht.

Ich bin Polizist geworden um zu helfen und nicht um angegriffen zu werden.

Auf Demos habe ich Flaschen an den, zum Glück mit Helm geschützten, Kopf bekommen. Böller explodierten direkt vor meinen Füssen. Wir begleiten jede Demo, auch wenn die Gründe hierfür nicht in unser eigenes Weltbild passen. Es ist unsere Arbeit, dafür sind wir da.

Wir sind da um Bürger zu schützen, zu helfen wann immer einer in Not geraten ist. Ich liebe meine Arbeit und sehe sie als meine Berufung. Ich würde nichts anderes tun wollen.

Diese Zahlen oben sind besorgniserregend…. Warum werden wir von manchen Menschen so gehasst?

Wann sehen diese Menschen das in der Uniform auch nur ein Mensch steckt, ein Mensch der seiner Berufung zu helfen nachgeht…