Im Welpenalter schon Polizeihund werden

4. Januar 2017 at 15:34

Während in Deutschland so mancher politisch korrekt einen sozialverträglichen Polizeihund haben möchte (wir berichteten), geht man in Österreich nun einen ganz anderen Weg. Bereits im Welpenalter sollen dort die angehenden Diensthunde ausgebildet und auf ihren späteren Dienst vorbereitet werden.

Diese Neuausrichtung der Diensthundeausbildung fußt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird in einem Projekt auch von der Universität Salzburg begleitet. Der Biologe Leo Slotta-Bachmayr beobachtet hierbei im Bundesausbildungszentrum für Diensthundeführer in Bad Kreuzen (Oberösterreich) die Teams beim Training. Später werden die Videos analysiert.

Denn jeder Hundeführer weiß, dass ein Einsatz immer auch eine Stresssituation für den Diensthund bedeutet. Dennoch muss er verlässlich reagieren und kontrollierbar bleiben. Biologe Slotta-Bachmayr:

“Früher hat man oft einmal ältere Hunde eingekauft und hat versucht, die gesamte Ausbildung innerhalb kürzester Zeit in sie hineinzupressen. Man hat die Hunde schneller einsatzbereit bekommen. Aber man hat dann später im Dienstbetrieb öfter nachjustieren müssen. Und mit einem jungen Hund, den ich gut aufbaue, brauche ich am Anfang mehr Zeit. Aber ich spare sie mir später während des Dienstbetriebs.”

Die Umstellung der Diensthundeausbildung hat mittlerweile begonnen und die Salzburger Polizeihundeführerin Stefanie Rieger bekam den Rottweilerrüden “Loki” zugeteilt, der mit seinen jungen zehn Wochen bereits in die Familie voll integriert ist. Genau wie beim Menschen lernt auch der Hund mit Lob und Anerkennung wesentlich besser.

Kollegin Rieger: “Es ist in der Hundeausbildung – denke ich – generell ein irrsinniges Umdenken. Der Hund lernt viel besser und zuverlässiger, wenn er über die positive Verstärkung und das Spiel lernt, weil der Hund seine Arbeit dann gern macht, weil er belohnt wird dafür.”

Doch nicht nur bei der Ausbildung wird auf den richtigen Hund und das richtige Verhalten geachtet. Bereits die Auswahl des Züchters ist wichtig. So erklärt Friedrich Scheil, Ausbildungsleiter der Polizeihundeführer in Salzburg: “Bei der Wahl des Welpen ist für uns auch der Züchter ganz wichtig. Denn in der vierten bis achten Lebenswoche werden die Grundlagen für das spätere Verhalten des Hundes gelegt. Das ist die Prägephase.”