Köln, oder warum wir eigentlich immer alles falsch machen (von Peter)

5. Januar 2017 at 22:34

Köln, oder warum wir eigentlich immer alles falsch machen (von Peter)Kollege Peter ist einigen hier schon bekannt. Er hat uns wieder ein paar Gedanken zugesandt, die diesmal nicht Berlin betreffen, sondern Köln. Und wie immer nimmt er kein Blatt vor die Tastatur:

NAfri, NorDi, ACAB und GrüSpinnen

Warnung an Allergiker: der folgende Text kann Spuren von Sarkasmus und Ironie enthalten. Bei erkannten allergischen Reaktionen wenden Sie sich bitte umgehend an einen Rhetoriker Ihres Vertrauens

Aufgrund der aktuellen Diskussion um Abkürzungen, die bei der Polizei benutzt werden, will ich auch mal was los werden.

Erst einmal vorab, ein dickes Lob an die Kollegen, die in Köln dafür gesorgt haben, die Silvesternacht für diejenigen, die einfach friedlich feiern wollten, gemeinsam und ohne Gewaltexzesse zu gestalten.

Nach dem Desaster beim letzten Jahreswechsel, stand die Kölner Einsatzkonzeption natürlich im besonderen Blickpunkt. Beim vorigen Jahreswechsel wurde im Nachgang zunächst versucht, nach dem Prinzip SNAFU zu verfahren. Wie wir alle erlebt haben, ging das, aufgrund öffentlichen Drucks, komplett in die Hose.

In diesem Jahr wurden ″10 mal so viele Polizisten, wie im Vorjahr″ eingesetzt … ok, klingt brachial, aber 10 mal fast Nichts, ist immer noch nicht eine Masse, die alle Eventualitäten locker bereinigen kann. Egal, der Einsatz ist gut gelaufen, es gab keine massiven Übergriffe. Potentielle Störergruppen wurden schnell erkannt und separiert.

Diejenigen, die friedlich feiern wollten, mussten sich nicht einer gewalttätigen Übermacht gegenübersehen, der unsere gesellschaftlichen Grundregeln egal sind.

Also alles gut?

Weit gefehlt, denn es gibt da ja noch eine Gruppierung, die irgendwann einen Parteistatus erlangt hat. Eine Gruppierung, deren Gründungsmitglieder sich als Anwälte der RAF, also einer terroristischen Gruppe profilieren wollten. Einer Gruppe, deren Ziel es war, Menschen zu töten, weil es notwendig war, um das ″politische″ Ziel der Destabilisierung zu erreichen (Ströbele als Anwalt von bsp. Baader, Schily als Anwalt von Ensslin). Inzwischen eine Regierungspartei, die mit einem autonomen Wohnprojekt, in dem nachweislich Straftaten gegen das System vorbereitet werden, offen sympathisiert (siehe Canan Bayram) und Maßnahmen, die der Strafverfolgung dienen, offen anprangert.

Was wollen diese, nennen wir sie einfach mal Politiker, eigentlich?

Klar, wie gewohnt, die Polizei kritisieren … also nochmal bitte auf der Zunge zergehen lassen – ein Einsatz der Polizei läuft problemlos ab. Eigentlich alles richtig gemacht, außer eine Abkürzung über Funk zu benutzen. Es wurde wohl die Abkürzung ″NAfri″ benutzt (ist gängig und auch bereits lange in der Presse eine übliche Formulierung, es bedeutet nichts weiter als Nordafrikaner).

Jetzt mal alle, die vom Fach sind, das Ganze sacken lassen. Eine Abkürzung die bereits seit 2015 für ein Analyseprojekt der Polizei benutzt wird, soll jetzt, weil es keine andere Kritikmöglichkeit gibt, plötzlich rassistisch sein?

Ick dreh ja durch ….

Den Einsatzkräften wird vorgeworfen, ausschließlich Nordafrikaner kontrolliert zu haben. Wie, verfickte Scheisse, sollen die Jungs (und Mädchen) denn aus einer Gruppe von geschätzten 1000 (!) Nordafrikanern jemanden anderes kontrollieren? Sollen die Kontrollbeamten sich ihren Kevin, Andreas und Robert mitbringen? Oder von irgendwo her holen?

Nochmal zum Mitschreiben … wir arbeiten mit Abkürzungen, weil es manchmal nötig ist, sich kurz und prägnant auszudrücken. Geht manchmal im Einsatzgeschehen nicht anders. Für diejenigen, die es nicht kennen, im Einsatz ist es wichtig, auf den Punkt zu kommen. Wir telefonieren nicht mit Mutti, wir müssen dafür sorgen, dass das System funktioniert. Einen Funkspruch ″Rufname, in eure Richtung bewegen sich ca 300 vorwiegend männliche junge Personen, die dem Anschein und Phänotypus nach vermutlich dem nordafrikanischen Raum zuzuordnen sind. Das Verhalten ist überschwenglich und erweckt eine unterschwellig aggressive Grundstimmung″ wird es niemals geben.

Meine Gegensprechstelle muss wissen ″ Rufname, ca. 300 Nafris in eure Richtung″. Punkt.

Würde sich plötzlich und unerwartet ergeben, dass sich aus den Norddeutschen eine Überzahl potentieller Straf- und Gewalttäter hervortut, würden wir vermutlich mit der Abkürzung ″Nordis″ arbeiten. Gilt aber genau so für die ″Südis″.

Oder wir benutzen stattdessen einfach, wie ein Freund Vorschlug, den Begriff NAZIS … also NordAfrikanische Zuwanderer ins System. Ist aber wohl auch nicht gewollt.

Dazu als i-Tüpfelchen …. falls irgendjemandem ein ″Politiker″ der bunten Realitätsverweigerer einfällt, der sich auch nur ansatzweise echauffiert hatte, als per Urteil des BverfG festgelegt wurde, dass ACAB keine pauschale Beleidigung mehr ist, bin ich sofort bereit, ihn hier zu beglückwünschen. Einen Preis gibt’s leider nicht. Für alle, die in einer Glocke leben – ACAB bedeutet „All Cops Are Bastards“. Aber ist halt keine Beleidigung mehr, wenn ich Bastard genannt werde.

Wobei, um die Abkürzungen einfach weiter zu führen, müssten wir von, wie ich inzwischen auch gesehen habe, GrüSpi reden, also Grünen Spinnern. Was allerdings auch nicht ganz der political correctness entspricht, den es sind GrüSpi*Innen. Also, um es einfach nicht so sperrig in der Aussprache zu machen, Grüspinnen.

Ich denke, ich werde der Stupipedia einen Artikel vorschlagen, in dem ich erkläre, welcher Unterart die Grütz Spinne, also eine Spinne, die nur Grütze von sich gibt, zuzurechnen ist.

Wer Peter folgen möchte, kann dies über seinen Blog.