Leserbrief eines Bürgers: Vertrauen verspielt? „Nafri-Panne“!?

15. Januar 2017 at 20:05

Leserbrief eines Bürgers: Vertrauen verspielt? „Nafri-Panne“!?

Wie bereits zur Jahreswende 2015/16 wurden auch die Angaben zur aktuellen Silvesternacht in Köln revidiert. Nach dem alleine der interne Begriff bzw. die Abkürzung “Nafri” eine Diskussion auslöste und der Polizei “Racial Profiling” vorgeworfen wurde, nun wieder mal eine Korrektur.

In der Silvesternacht wurde also die Identität von 674 Personen ermittelt. Davon konnte bisher bei 425 Personen die Nationalität festgestellt werden. Von diesen 425 waren 99 Iraker, 94 Syrer, 48 Afghanen, 46 Deutsche, 17 Marokkaner und 13 Algerier.
Doch noch in der Silvesternacht sagten Polizisten in Köln, sie würden ihre “Klientel” kennen. Von einem Behördensprecher hieß es: “Wie ein Nordafrikaner grundsätzlich aussieht, das weiß man.” Scheinbar nicht, oder vielleicht doch?

Eine Frage die jetzt sicherlich wieder einige Menschen beschäftigt, so wie auch mich als Bürger. Besonders beschäftigt mich eine Frage: “Wieso immer Köln?”

Köln sorgte doch bereits zur letzten Jahreswende für Schlagzeilen und Unverständnis bei den Menschen. Letztes Jahr waren viel zu wenige Beamte eingeteilt oder standen zur Verfügung. Dieses Jahr sollte doch alles besser werden. 1700 Beamte waren vor Ort und haben für ausreichende Sicherheit gesorgt. Ein Einsatz der von vielen Menschen gelobt wurde und nun das?

Welches Ziel verfolgt die Polizei damit? Denn es wird ja sicherlich vorher abgeklärt was die Pressestelle berichten darf. Bei der Art von Kommunikation scheint einiges schief zu laufen, oder ist dies so gewollt?

Ich weiß es nicht. Menschen zu verunsichern und Diskussionen zu starten nur um im Gespräch zu bleiben, sind alles andere als vorteilhaft, falls dies eins der Ziele sein sollte, was ich nicht weiß. Sie hinterlassen Zweifel und verbreiten Unsicherheit. Genau das Gegenteil von dem, was ich von einer Polizei erwarte.

Denn eigentlich geht es mal wieder auf die Kosten der unteren Etage. Denn die Polizei besteht aus vielen Polizisten. Polizisten die ihren Kopf hinhalten, die jetzt wieder die Schuldigen sind. Denn sie werden für die Schlagzeilen und Meldungen verantwortlich gemacht und bekommen womöglich den Unmut auf der Straße zu spüren.

Dabei haben sie ihren Job gut gemacht. Sie haben am wenigsten Teil an diesen Pressemeldungen und sind in keinster Weise dafür verantwortlich. Eigentlich tun sie mir Leid, denn sie arbeiten in einem System, das nicht hinter ihnen steht, sonst würde die Korrektur dieser Meldung anders lauten. Überhaupt haben die Menschen seit der Jahreswende 2015/16 immer ein Auge auf die Arbeit der Polizisten in Köln. Damit stehen die Beamten unter einem großen Druck, den sie eigentlich alleine schon durch ihren Job zu genüge haben.

Diese Strategie, sofern vorhanden, sollte einmal in der höheren Etage neu durchdacht werden. Denn sie verspielt das Vertrauen der Bürger, genauso wie wenn in den Presseinformationen die Herkunft der Täter verschwiegen wird. Vertrauen, das die Polizisten so dringend benötigen, damit der Hass und die Gewalt (auch gegen die Polizisten selbst) bekämpft werden kann und weniger wird. Und damit die Menschen in Uniform ihrer Arbeit mit weniger Angst nachgehen können und gesünder nach Hause kommen.

Hierfür sind beide Seiten verantwortlich, dies sollte bereits bei wahrheitsgemäßer Presseberichterstattungen beginnen.

Liebe Polizisten in Köln, Hut ab für Eure Leistung und ein großes DANKE, dass ihr dennoch versucht für unsere Sicherheit zu sorgen und diesem Druck standhaltet. Ich möchte euren Job nicht machen. Mein Vertrauen in Euch ist NICHT weniger worden.

Ihr habt Euch mehr Respekt und Anerkennung verdient!

Hier noch ein Link zu meinen Gedanken: http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Die-Polizei-muss-aus-der-Nafri-Panne-lernen-article19551231.html

Der Autor ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben. Dieser Leserbrief gibt die persönliche Meinung des Autors wider.