Leserbrief zum tödlichen Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Polizeifahrzeugs

29. Januar 2017 at 23:37

Leserbrief zum tödlichen Verkehrsunfall unter Beteiligung eines PolizeifahrzeugsVorgestern berichteten wir unter anderem von einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang, bei dem ein Streifenwagen der Bonner Polizei beim Abbiegen eine Fußgängerin erfasste. Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb.

Zu diesem Vorfall erhielten wir nun die Zuschrift einer Kollegin:

Hallo liebes Polizist=Mensch-Team,

als ich euren Beitrag gelesen habe, wollte ich doch mal etwas dazu sagen. Ich selber bin gerade Praktikantin bei der dortigen Polizei und war selber unterwegs, als der Vorfall geschah.

Über Funk hörte ich ständig, dass die Reanimation lief. Ich war mir erstmal nicht bewusst, was genau geschehen war und hoffte lediglich, dass die Person wieder aufwachen würde. Nach einer viertel Stunde bekam ich so meine Zweifel.

Die Rettungskräfte haben fast eine Stunde versucht die Dame zu reanimieren, mussten dies aber leider ohne Erfolg einstellen. Die Stimmung auf der Dienststelle am nächsten Tag war trüb und sehr ruhig. Ein weiteres Beispiel, an dem man merkt, dass Polizisten auch nur ganz normale Menschen mit Gefühlen sind.

Einige kennen den Fahrer oder sind mit ihm befreundet. Jeden einzelnen der Kollegen hat es getroffen, aber aufgehört zu arbeiten haben sie nicht. Auf der Straße waren sie freundlich zu den Bürgern, so als ob nix geschehen wäre. Und dafür bewundere ich sie einfach.

Auch bei solchen tragischen Vorfällen, bei denen Freunde, Kollegen bzw. die Familie betroffen sind wird weiter gearbeitet und zwar genauso wie vorher, stets professionell. Dafür wollte ich einfach mal Danke sagen. Danke, dass ihr, egal was passiert, weiter arbeitet um die Welt sicherer zu machen. Ich habe größten Respekt vor euch.

Dem Kollegen und allen Angehörigen wünsche ich das Beste für die Zukunft.

Die Autorin ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben.