No-go-Areas, gibt es sie?

29. Januar 2017 at 13:17

No-go-Areas, gibt es sie?Die Politik sagt “Nein, es gibt sie nicht”, aber was sagen Polizisten dazu, die tagtäglich ihren Dienst auf den Straßen und in entsprechenden Stadtteilen leisten?

Wie sieht z.B. die Sicherheitslage in Gelsenkirchen Süd aus? Darauf geht ein Beamter vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Düsseldorfer Landtag ein und hierbei ist sogar von mafiösen Strukturen die Rede.

Stadtteile wie Rotthausen, Ückendorf und Bismarck bis zum Hauptbahnhof sind im Grunde explosive Zonen. So berichtet es Ralf Feldmann, Leiter der Polizeiwache im Gelsenkirchener Süden es gegenüber dem Untersuchungsausschuss. In Duisburg ist es der Bezirk Marxloh, in Dortmund die Nordstadt. Man könnte die Liste um viele weitere Bezirke erweitern.

Dort rotten sich mitunter Gruppen von 50-60 Libanesen, Rumänen oder anderen arabische Clans zusammen um polizeiliche Maßnahmen wie Führerschein- und Personenkontrollen zu behindern oder gar zu boykottieren.

Da werden die Streifenwagen bespuckt, “die ganze Frontscheibe ist berotzt”. Die Beamten werden aufs übelste beleidigt mit Sätzen wie: “Haut ab hier, die Straßen gehören uns. Ihr habt hier nichts zu melden” oder “ich f…. dich auf dem Rücken deiner Mutter”. Von der aggressiven Stimmung ganz zu schweigen.

“Haut ab ihr Hurensöhne”

NRW-Innenminister Jäger sagt: “Es gibt keine rechtsfreien Räume in Deutschland”. Von sogenannte No-go-Areas möchte auch die Polizei nicht sprechen, sondern eher von “Angsträumen” oder “Hotspots”.

Die Polizei geht in diese Bezirke und geht auch dort ihrer Arbeit nach. Aber wenn man in diese Bezirke geht, darf man – oder vielmehr muss man – sich ein sehr dickes Fell zulegen. Beleidigungen oder mit illegalen Böllern beworfen zu werden sind an der Tagesordnung und wenn man diese zur Anzeige brächte, würde sich die Anzahl wohl auf bis zu 200 täglich anhäufen.

In diesen Bezirken teilen sich Großfamilien ganze Straßenzüge auf um ohne Bandenrivalität ungestört ihren kriminellen Geschäften nachzugehen: Schutzgelderpressung, Raubzüge und Rauschgifthandel.

90% der libanesischen Jugendlichen in Essen haben keinen Schulabschluss oder keine Ausbildung. Die Häuser verrotten, immer mehr Internetcafes, Shisha- Bars und Wettbüros eröffnen. Die meisten Deutschen haben schon die Flucht angetreten. Ähnlich sieht es in den oben genannten Bezirken aus.

In diesen Familienclans herrscht eine Struktur die der Mafia gleicht. In Essen gibt es eine Familien Union, ein Verein, der vorgibt den “sozialen Frieden zwischen Deutschen und Libanesen zu pflegen”. Teile dieses Clans sind im gesamten Strafgesetzbuch unterwegs. Das Oberhaupt, ein 70-Jähriger, dessen Einfluss bis Berlin und Bremen reicht, muss nur Husten und alle kuschen.
Es gibt auch kriminalpolizeiliche Erkenntnisse über mehrfachen Totschlag.

Immer wieder geht es in diesen Clans um die Familienehre. Für Fehler steht man dort nicht mit Entschuldigungen ein. Wenn die Polizei dort hartnäckig nach Straftaten ermittelt wird mitunter schon mal ein Täter freiwillig auf die Wache gebracht. Aber dass das nicht die Täter sind wissen die Kommissare genau, so berichtet es der 56-jährige Polizeihauptkommissar Feldmann.

Diese Strukturen gibt es in jeder Großstadt. Essen, Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Berlin etc. Großfamilien, die teilweise bis zu 1400 Angehörige umfassen.

“Gehen Sie vorbei, Herr Polizei!”

Der Einfluss der “Familien Union” scheint sehr groß zu sein, denn sobald einer von ihnen aufs Parkett tritt und zwei drei Sätze auf arabisch sagt wird es ohne murren befolgt. Auch wenn die Stimmung vorher aggressiv gegenüber den Beamten war. Plötzlich würde bereitwillig den Polizisten Platz gemacht und höflich suggeriert: “Gehen sie vorbei, Herr Polizei”.

Die Polizei resigniert aber nicht in diesen Bezirken sondern sagt: “Wir müssen diese Strukturen aufbrechen und denen das Leben bis zum Gehtgarnichtnehr schwer machen”, aber um dieses zu schaffen, braucht die Polizei mehr Personal und die Rückendeckung der Politik und Justiz.

Selbst Drohungen, dass man einen Krieg mit dem Clan nicht gewinnen kann, gab es bereits.

Der Leiter der Wache in Essen hatte diese Bedrohung weitergeleitet und es wurden Bereitschaftspolizisten zur Unterstützung geschickt. Der Leiter der Wache hatte damals (2015) Angst um sein Leben und hat jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit gewählt.

Die Oberhäupter dieser Clans agieren aus dem Hintergrund, lassen sich nichts zu Schulden kommen. Selbst die Verkehrsregeln werden penibel eingehalten.

Es gibt definitiv Bezirke wo Beamte mit einem mulmigen Gefühl reingehen oder wirklich lieber draußen bleiben.

Ein U-Auschuss soll nun klären, ob es in Nordrhein-Westfalen Bezirke gibt, wo sich die Polizei nicht mehr hinein traut. Die Politik darf die Augen nicht mehr verschließen, es muss hier definitiv etwas passieren.