Statement zu Kritik am Silvestereinsatz: Die Polizei hat ihren Job gemacht!

1. Januar 2017 at 21:49

Statement zu Kritik am Silvestereinsatz: Die Polizei hat ihren Job gemacht!Wir alle haben noch in Erinnerung, was Anfang 2016 in den Medien los war. Nachdem die Polizei Köln ein ruhiges Silvester vermeldete, mehrten sich die Hinweise darauf, dass es doch nicht so ruhig war. Hunderte Anzeige wegen Diebstahls, sexueller Nötigung und Vergewaltigung waren alleine in Köln die Folge. In anderen deutschen Städten sah es ähnlich aus.

Nun hatte die Polizei – nicht nur, aber auch – in Köln ein Jahr lang Zeit den Silvestereinsatz 2016 zu planen und aus den gemachten Erfahrungen Konsequenzen zu ziehen. Das tat sie auch: Alleine in Köln kamen nach ursprünglicher Planung zehnmal so viele Polizisten zum Einsatz als ein Jahr zuvor. In Zahlen ausgedrückt: 1.500 Beamte sah die Einsatzplanung vor, alleine im Stadtgebiet von Köln. Andere Städte hatten ähnliche Konzepte.

Die Polizei Köln (bleiben wir mal in dieser Stadt, da sie letztes, wie dieses Jahr, exemplarisch dafür steht, was schief läuft in manchen Köpfen) zog dann auch das Fazit, dass es Silvester relativ ruhig blieb. Vermutlich auch nur deswegen, WEIL so viele Polizisten im Einsatz waren.

Denn wie bekannt wurde sind zahlreiche junge Männer, die aus den nordafrikanischen Staaten stammen, nach Köln gereist. Bereits im Zug waren sie Polizisten aufgefallen und die Männer wurden an den Bahnhöfen auf dem Weg zur Innenstadt angehalten und kontrolliert.

650 dieser Nordafrikaner (abgekürzt Nafris) wurden kurzfristig festgesetzt, 190 Platzverweise ausgesprochen, 92 Personen in Gewahrsam und 27 Personen vorläufig festgenommen, zehn Sexualdelikte wurden zur Anzeige gebracht, wobei keine Vergewaltigung unter diesen Anzeigen war.

Der Andrang der sogenannten Nafris war so stark, dass die Polizei sogar noch Kräfte nachfordern musste und dann letzten Endes 1.700 Polizisten im Einsatz waren. Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies sprach heute in einer Pressekonferenz von einer “Grundaggressivität”, die bei diesen Nafris angetroffen wurde und ein Polizeisprecher bestätigte, dass die angetroffenen Personen “der Klientel vom vergangenen Jahr” geähnelt haben.

Und nun das:

Die Polizei wird kritisiert rassistisch kontrolliert, also sogenanntes “racial profiling” betrieben zu haben. Der Vorwurf lautet, anlasslos Ausländer bzw. Migranten kontrolliert und festgesetzt zu haben.

Wie kann man nur völlig unreflektiert eine solche Aussage machen?! Hätten die Kollegen denn tatenlos zuschauen sollen, bis die ersten sexuellen Übergriffe stattgefunden hatten? Und dann wären die Täter im Getümmel wieder untergetaucht und der Polizei wäre Tatenlosigkeit vorgeworfen worden, so wie im vergangenen Jahr.

Dabei stimmte auch das nicht. Kollegen sprachen nach der Silvesternacht 2015 von ihrem schlimmsten Einsatz in ihrem Berufsleben. Angesichts der Masse hatten die Kollegen überhaupt keine Möglichkeit zielgerichtet tätig zu werden und das ist für uns Polizisten einfach nur schrecklich. Wir wollen helfen und schützen und müssen dann tatenlos zusehen, wie der Mob sich teils über Männer, hauptsächlich aber über Frauen hermacht.

Dies konnte und durfte nicht noch einmal passieren und so haben die Kollegen in Köln das gemacht, wofür sie im Einsatz waren, wofür sie ihr eigenes Silvester nicht feiern konnten, wofür sie ausgebildet wurden und was auch Zweck des Einsatzes war: Sie haben die Lage erkannt und konsequent gehandelt.

Nun reflexartig und völlig unreflektiert die Nazikeule auszupacken und der Polizei Rassismus vorzuwerfen ist substanzlos und billig. Die Kollegen wären genauso eingeschritten, wenn die Personengruppen aus Russen, Spaniern oder Deutschen bestanden hätten. Wie hätte die Kritik gelautet, wenn die Kollegen Deutsche festgesetzt hätten? Zu dumm, dass hier die Nazikeule nicht wirkt…

Die Polizei hat ihren verdammten Job erledigt, ansonsten hätten wir vermutlich ein ähnliches Silvester erlebt wie im vergangenen Jahr. Und wir sind uns sicher, dass dies niemand erleben wollte!

Und als ob der Rassismusvorwurf nicht schon schlimm genug wäre, wird sich noch über Begrifflichkeiten aufgeregt. “Nafris” sei ebenfalls rassistisch, obwohl dies nur eine Abkürzung für Nordafrikaner darstellt. Also eine Tatsachenfeststellung in Kurzform.

Wenn junge Männer nach Köln reisen um möglicher Weise Straftaten zu begehen und dies von den Kollegen konsequent unterbunden wird, dann ist das kein Rassismus, dann ist das im einen Fall Strafverfolgung und im anderen Fall Prävention. Und wenn die mutmaßlichen Straftäter keine Deutschen sind, dann kann man das nicht der Polizei zum Vorwurf machen. Jeder (potentielle) Straftäter ist selbst für sein Handeln verantwortlich, egal welcher Herkunft er ist, da braucht es keine Kritiker, die etwas kritisieren, was nicht zu kritisieren ist.

Der gesetzliche Auftrag der Polizei ist nun mal Straftaten zu verfolgen und zu verhindern. Und da vor dem Gesetz alle gleich sind und nicht zwischen Deutschen und Ausländern unterschieden wird/werden darf, haben die Kollegen im Sinne des Gesetzes gehandelt. Hier hat die Polizei in Köln (Bundes- und Landespolizei), wie auch anderswo, einen richtig guten Job gemacht!

Die Kritik ist völlig verfehlt, unreflektiert und schadet nicht nur dem Ansehen der Polizei, die völlig richtig gehandelt hat, sondern auch jedem einzelnen Kollegen, der die Silvesternacht im Dienst verbracht hat um das Desaster vom vergangenen Jahr sich nicht wiederholen zu lassen. Was das betrifft schließen wir uns dem Kölner Polizeipräsidenten an, der diese haltlosen Vorwürfe ebenfalls zurück gewiesen hat.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, danke für euren Einsatz und dass ihr die dünne blaue Linie zwischen den friedlich Feiernden und den Straftätern (egal welcher Herkunft) ward!

Das Bild stammt von einer Kollegin, die ebenfalls in Köln beim Großeinsatz dabei war. Danke dafür!