Gedanken einer Polizistin: Was bleibt…? (von Sandra)

12. Februar 2017 at 21:40

Gedanken einer Polizistin: Was bleibt...?

Dieser Beruf ist wie kein anderer… Für die meisten mehr Berufung denn Beruf… 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr sind wir für euch da.

Wir sind manchmal dabei wenn neues Leben das Licht der Welt erblickt, haben so manchen neuen Erdenbürger ins Krankenhaus eskortiert. Wir werden zu Unglücken gerufen. Unglücke bei denen Familien oder die Gesundheit zerstört werden. Manchmal zum Teil, manchmal so schlimm, dass die Folgen irreparabel sind. Manchmal wird gar ein Leben zerstört.

Manches Mal können wir die eisigen Fronten wieder auftauen und unsere Präventionsarbeit kann Manches gar im Vorhinein verhindern. Prävention ist uns lieber als die Repression. Oft sind wir die ersten vor Ort, haben durch erste Hilfe oder gar den Einsatz unseres eigenen Lebens so manches Leben eines Dritten retten können.

Doch manchmal kommen auch wir zu spät. Sind machtlos, aber immer an eurer Seite. Können wir euch nicht retten, so sind wir bei euch bis zum letzten Atemzug. Wir sind manchmal die Letzten die ihr seht. Sind bei euch, wenn euch der Lebenshauch verlässt. Stehen euch bei in dieser schweren Stunde. Niemand soll alleine diese Welt verlassen.

Die Welt kann grausam sein. So manches Mal, wenn wir ankommen ist dort nichts mehr. Gespenstische Stille. Wir blicken in leere Augen. Dort wo einmal Leben war, ist nun der Tod. Auch auf diesem Weg begleiten wir euch.

Wir sorgen dafür, dass die Umstände geklärt werden, dass alle Umstände, die zu dem Verlust geführt haben, aufgeklärt werden. Sind oft dabei, wenn die Gerichtsmedizin nach den Gründen für das Ableben sucht. Wir sind immer da.

Den Angehörigen die traurige Nachricht zu überbringen ist für uns ebenso nicht leicht. Trost zu spenden, wenn man selbst hilflos zu sein scheint. So manches Mal wünscht man sich, dass Dinge nicht passieren. Wir tun alles was uns möglich ist, um schreckliche Dinge zu verhindern. Gegen Manches sind aber auch wir machtlos.

Tolkien schreibt im Herr der Ringe: „Die Welt ist wahrlich voller Gefahren und es gibt viele dunkle Orte auf ihr; doch noch immer gibt es vieles Schöne und obwohl heute in allen Landen Liebe mit Leid vermengt ist, wird das Schöne vielleicht umso größer.“
Um das Schöne zu bewahren und zu beschützen sind wir da. Für euch.

Aber bitte vergesst nicht, auch wir sind nur Menschen und keine Maschinen. Auch wir können mal einen schlechten Tag haben. Auch uns geht es nah was in der Welt passiert. Die schönen Momente können die Schlimmen nicht unvergessen machen, aber sie wärmen das Herz und bleiben ebenso unvergessen.

Bitte denkt daran, wir sind immer für euch da. In guten wie in schlechten Zeiten. Bitte lasst uns unseren Job machen und greift uns nicht an, denn wir wollen nur euer Bestes. Auch für den, der uns heute Unrecht tut, sind wir morgen da, wenn er uns braucht.

Eben eine Berufung – kein Beruf.