Nach Angriff auf sechs Bundespolizisten in München: Wache erhält provisorische Schleuse und Täter geht nun doch in Haft

18. Februar 2017 at 20:02

Nach Angriff auf sechs Bundespolizisten in München: Wache erhält provisorische Schleuse und Täter geht nun doch in Haft

Bild: Bundespolizeiinspektion München

Anfang Februar berichteten wir von einem Vorfall auf dem Bundespolizeirevier München Ost, bei dem ein 30-jähriger Mann zunächst vorgab eine Anzeige erstatten zu wollen und nach Einlass dann insgesamt sechs Bundespolizisten derart malträtierte, dass sie alle verletzt wurden und drei von ihnen nicht mehr dienstfähig waren.

In diesem Zusammenhang berichteten wir ebenfalls davon, dass der Gewalttäter zwar zur Haftprüfung bei einem Richter vorgeführt wurde, dann jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt werden musste, da der Richter keine Haftgründe erkennen wollte.

Die Staatsanwaltschaft München I sah das jedoch anders und legte Beschwerde gegen die Außervollzugsetzung ein. Denn schon einmal, nämlich im Dezember 2016, leistete der 30-jährige erheblichen Widerstand gegen Bundespolizisten in München. Die Beschwerde hatte vor dem Ermittlungsrichter Erfolg, der Außervollzugsetzungsbeschluss wurde aufgehoben.

Auch eine Gefährdungsanalyse wurde angestellt und da man hier offensichtlich bei dem 30-Jährigen von einer akuten Gefahr ausgeht, wurde ebenso die sofortige Festnahme angeordnet.

Auf Grund der von dem Gewalttäter gezeigten Gefährlichkeit und des Aggressionspotentials wurden Spezialkräfte der Bundespolizei zur Vollstreckung des Haftbefehls angefordert. Die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) Bayreuth traf den Gewalttäter in der Nähe seines Wohnsitzes in Höhenkirchen-Siegertsbrunn an und nahm ihn fest. Auch hierbei soll er versucht haben Widerstand zu leisten.

Nach Vorführung vor dem Amtsgericht München wurde der 30-jährige Gewalttäter der Justizvollzugsanstalt Stadelheim zugeführt.

Wie wir von den dortigen Kollegen erfahren haben, bekommt die Wache des Bundespolizeireviers München Ost nun erst einmal eine provisorische Schleuse. In der vergangenen Woche wurde mit den Bauarbeiten begonnen.

Einerseits freut es die Kollegen, dass sie nun endlich eine Schleuse, wenn auch eine provisorische, erhalten. Etwas Enttäuschung schwingt jedoch in dieser Freude mit, wie uns ein Kollege berichtet:

“Schade, dass immer erst etwas passieren muss, gerade da diese Wache ein Anlaufpunkt für viel Klientel mit hohem Aggresionspotenzial ist. Dass sich direkt vor der Haustür eine Diskothekenmeile befindet, bei der viele Besucher ausgiebig Alkohol und Drogen konsumieren, macht die Sache auch nicht gerade besser.”

Wie dem auch sei, zumindest tut sich etwas und das dankenswerter Weise recht zügig, so dass wir hoffen, dass auf diese Art und Weise nicht noch einmal Kollegen mitten auf ihrer eigenen Wache Ziel eines tätlichen Angriffs werden. Und dass der Gewalttäter nun doch noch in Haft ging, ohne bei der Festnahme (trotz Widerstandsversuchs) weitere Kollegen zu verletzten, freut uns zusätzlich.