Sprung ins kalte Wasser: Polizisten üben Seerettung bei Unterkühlung

14. Februar 2017 at 17:26

Den Ernstfall üben, das machen Polizisten und Retter regelmäßig. Dabei sollen Handlungsabläufe erprobt und Fehlerquellen aufgespürt werden, damit man für den Ernstfall gerüstet ist. Im schweizerischen Oberrieden fand eine außergewöhnliche Übung im Zürichsee statt, bei der die Polizisten ins eiskalte Wasser springen mussten.

Die Kantonspolizei Zürich veranstaltet jedes Jahr diesen sogenannten Hypothermiekurs am Standort ihrer Seepolizei in Oberrieden. Hypothermie bezeichnet den Zustand der Unterkühlung und die Polizisten sollen in diesem Kurs erfahren, wie ihr Körper darauf reagiert. Dies wiederum soll ihnen helfen, in einer solchen Extremsituation richtig zu reagieren und handlungsfähig zu bleiben.

So mussten die Polizisten nicht etwa in einem Neoprenanzug, sondern in ihrer standardmäßigen Uniform abwechselnd ins 4,8°C frische Wasser springen und Personen aus dem Wasser befreien bzw. Puppen aus vier Metern Tiefe bergen. Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich:

“Es ist wichtig zu wissen, wie der eigene Körper bei dieser Rettungsaktion auf die extreme Kälte reagiert. Je wärmer die Kleidung, desto länger bleibt man auch vom kalten Wasser verschont.”

Insgesamt 16 Polizisten, darunter eine Polizistin, nahmen an dieser Übung unter Anleitung eines erfahrenen Tauchlehrers teil. Sogar zwei deutsche Beamte der Wasserschutzpolizei Bodensee waren eigens angereist, um bei dieser Übung an ihre Grenzen zu gehen. Für die schweizerischen Seepolizisten ist die Teilnahme Pflicht, für alle anderen ein freiwilliges Angebot, was trotz dieser Extremsituation gerne angenommen wird.

Als Belohnung für die abgekühlten und klatschnassen Polizisten wartete eine warme Dusche und ein längerer Saunaaufenthalt, damit sie sich wieder aufwärmen konnten.

Hier ein kurzes Video der Übung: