Tatort Polizeiwache: Psychisch kranke Person verletzt sechs Bundespolizisten

5. Februar 2017 at 21:58

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Bild: Wache am Münchner Ostbahnhof
(Bundespolizeiinspektion München)

Am Freitagabend gegen 17:10 Uhr, meldete sich an der Gegensprechanlage des Bundespolizeireviers München Ost im Münchner Ostbahnhof ein 30-jähriger Mann und teilte mit, dass er eine Strafanzeige aufgeben wolle.

Als der Wachbeamte die Türe öffnete, stürmte der Mann mit zur Faust geballten erhobenen Händen in die Dienststelle, ging durch eine die Räumlichkeit optisch trennende Schwingtüre und griff den hinter einem Tresen stehenden Wachbeamten unvermittelt an. Während des Angriffs schrie er: “Ich habe genug von Euch!, Ich mach’ Euch fertig! Ich stech’ Euch ab!”. Auch zwei weitere, in dem Raum befindliche Beamte, die dem Kollegen zu Hilfe kamen, griff er in Boxermanier und mit Fußtritten in unbeschreiblicher Vehemenz und Intensität körperlich an.

Den sieben Beamten gelang es nur unter erheblichen Kraftaufwand den Gewalttäter zu bändigen. Als er überwältigt worden war erkannten die Beamten ein Feuerzeug in der Faust des Mannes, das er offensichtlich zur Verstärkung seiner Schläge angewandt hatte. Außerdem hatte er Schaum vor dem Mund. Bei der Auseinandersetzung wurde unter anderem auch das Mobiliar der Wache verschoben. Der Mann blieb auch nach der Überwältigung äußerst aggressiv und unberechenbar.

Die informierte Staatsanwaltschaft ordnete eine Blutentnahme und eine Haftrichtervorführung an. Aufgrund seiner Gefährlichkeit und Äußerungen nach der Festnahme wurde für den Mann, wie sich herausstellte ein 30-jähriger Deutsch-Rumäne aus dem Landkreis München, mit Hilfe der Bayerischen Landespolizei über Nacht eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik veranlasst.
Gegen den 30-Jährigen wird nun wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.

Das Verhalten des Mannes an der Gegensprechanlage war normal und lies nicht sein anschließend gezeigtes aggressives Verhalten erahnen. Nichts deutete daraufhin, dass unvermittelt nach dem Einlass ein Angriff erfolgen würde.

Die Polizisten zogen sich bei dem Vorfall Prellungen und Schürfwunden an verschiedenen Körperteilen zu. Drei von ihnen mussten ihren Dienst sofort abbrechen und begaben sich ins Krankenhaus. Drei weitere Bundespolizisten kontaktierten nach dem Dienst ihren Hausarzt; einer meldete am nächsten Morgen den Verdacht eines Knochenbruches.

Was den 30-Jährigen zu seiner Attacke veranlasste ist nicht bekannt. Allerdings war er bereits gegen Ende des vergangenen Jahres nach einer Fahndungsmaßnahme wegen unberechtigten Entfernens aus einer psychiatrischen Anstalt mit einem Widerstandsdelikt und Körperverletzungshandlung gegen Bundespolizeibeamte am München Ostbahnhof aufgefallen. Nach der Haftprüfung konnte der 30-Jährige am Samstag die Haftanstalt freien Fußes wieder verlassen.

Wir wünschen den verletzten Kollegen eine gute und schnelle Genesung, sowie Unterstützung bei der Verarbeitung des Vorfalls! Hoffentlich kann dem Angreifer auch nachhaltig geholfen werden, damit es nicht wieder zu einem neuerlichen Gewaltausbruch kommt und Unbeteiligte verletzt werden.