Trickbetrug durch falsche Polizisten, Handwerker und Ableser

4. Februar 2017 at 21:01

Trickbetrug durch falsche Polizisten, Handwerker und AbleserDa dieses Thema derzeit wieder sehr aktuell ist und die Straftaten in diesem Bereich deutschlandweit zunehmen, möchten wir über “falsche” Polizisten/Handwerker/Ableser und deren Trickbetrug informieren und abschließend auch ein paar Tipps geben.

Wichtig: Bitte auch mit den älteren Familienangehörigen darüber reden, die wir nicht auf diesem Wege erreichen können!

Besonders dreist ist die Masche, dass angebliche Polizisten anrufen und mitteilen, dass man die Adresse in einem Notizbuch eines Einbrechers gefunden hätte und sich nach Wertgegenständen und Bargeld informieren möchte. Oder auch, dass Beamte über Einbruchsschutz informieren möchten.

Des weiteren rufen die Betrüger auch an um vor “Hackern” zu warnen und fragen gezielt nach Kontodaten oder anderen sehr persönlichen Informationen. Die Phantasie dieser Betrüger, die sich hierbei sehr professionell geben, ist grenzenlos. Dies sind nur ein paar Beispiele.

Nicht selten verlieren gutgläubige Menschen – sehr oft auch ältere Personen – dadurch ihre gesamten Ersparnisse.

Zur Information:

Polizeibeamte werden Sie nie nach Vermögensverhältnissen am Telefon oder an der Haustür fragen. Auch wenn die Nummer 110 (oder auch örtliche Vorwahl+110) im Display erscheint, diese Nummer wird grundsätzlich nicht übertragen.

Die illegale Methode, mit der Telefonate von einer vorgetäuschten Rufnummer geführt werden, nennt man “Call ID Spoofing“.

An dieser Stelle warnen wir eindringlich vor dieser Masche. Legen Sie bitte sofort auf und informieren Sie die Polizei über die 110 oder direkt Ihre Dienststelle in der Nähe.
Die Kriminellen denken sich immer wieder neue Maschen aus. Das Einzige was ihnen im Weg ist, ist die geschlossene Wohnungstür.

Wir möchten Ihnen folgende Ratschläge geben und möchten Sie bitten diese zu beherzigen:

⚠️ Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung, egal unter welchem Vorwand!

⚠️ Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den “Türspion” oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer
Türsprechanlage Gebrauch. Sofern nicht vorhanden, nachrüsten.

⚠️ Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort – legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an. Auch hier gilt, wenn nicht vorhanden, nachrüsten.

⚠️ Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu, wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

⚠️ Überlegen Sie bei angeblicher hilfebedürftiger Lage von Fremden und geben sie nicht sofort nach, es sei denn, die Notsituation ist ganz offensichtlich. Dann sind Sie zur Hilfe sogar verpflichtet.

⚠️ Fordern Sie von Amtspersonen, wie z.B. auch Polizisten, immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (Aufdruck,
Foto, Stempel, manchmal auch Hologramm und erhabene Blindenschrift). Sorgen Sie dazu für gute Beleuchtung und benutzen Sie, wenn nötig, eine Sehhilfe.
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⚠️ Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, bei uns auch über den Notruf. Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst heraus (nicht vom Unbekannten vorsagen lassen) und ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu.

⚠️ Lassen Sie Handwerker und Ableser nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn sie von der Hausverwaltung oder der Firma angekündigt worden sind.

⚠️ Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag entgegen.

⚠️ Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher, notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe.

⚠️ Pflegen Sie als jüngerer Mensch Kontakt zu Ihren älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Machen Sie ihnen das Angebot, bei fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzu zukommen und übergeben Sie für solche Fälle die eigene Telefonnummer.

Bitte beherzigen Sie diese sehr gut gemeinten Ratschläge. Wir wollen sie schützen und ihnen nicht sagen müssen, dass Sie Opfer eines Trickbetrügers wurden und die Ermittlungen in diesen Fällen nicht selten ins Leere laufen.

Passen Sie auf sich und Ihr hart verdientes Erspartes auf.

Auch die Kollegen von der Polizei München gehen in einem kurzen Video auf dieses Thema ein: