Volltrunken: Ehestreitigkeiten führen zu Einsatz von Polizei und Jugendamt

21. Februar 2017 at 20:19

Volltrunken: Ehestreitigkeiten führen zu Einsatz von Polizei und JugendamtEs ist einer dieser Einsätze, die uns Polizisten ratlos zurück lassen. Wir könne nur in diesem akuten Fall einschreiten, die Probleme der Familie können nur sie selbst (mit fremder Hilfe) lösen. Doch allzu oft fehlt der Wille und es bleibt dann nicht bei diesem einmaligen Einsatz, leider!

In Hennef (Nordrhein-Westfalen) wurde die Polizei gegen 21:30 Uhr alarmiert, weil eine Frau mit ihrem Ehemann einen heftigen Streit hatte und nun fürchtete, dass ihr Mann handgreiflich werden könnte. Sie war zu einer Nachbarin geflüchtet.

Als die Polizisten zunächst bei der Frau eintreffen, müssen sie feststellen, dass sie den Säugling mit zur Nachbarin genommen hatte. Dort saß die 28-jährige Frau und stillte mit 1,8 Promille ihren zweimonatigen Säugling.

Wie sich dann herausstellte, hatten ihr 32-jähriger Mann und ihr 50-jähriger Vater ebenfalls kräftig getankt und lagen ebenfalls nah an der 2 Promillelinie. Da die noch in der gemeinsamen Wohnung befindlichen Kinder im Alter von 4 und 6 Jahren einen verhaltensgestörten Eindruck vermittelten, wurden die Bereitschaft des Jugendamtes gerufen.

Die Mitarbeiter des Jugendamtes kamen dann auch zum selben Entschluss, wie die Polizisten. Eine Inobhutnahme war unausweichlich. Wegen vorhandener Sprachbarrieren konnten die Eltern darüber nicht ausreichend in Kenntnis gesetzt werden, so dass auch noch ein Dolmetscher hinzu gerufen werden musste.

Die Eltern zeigten sich jedoch uneinsichtig und es drohte eine körperliche Auseinandersetzung mit den Einsatzkräften. Unterstützungskräfte mussten angefordert werden, um die Situation zu beruhigen. Doch dies änderte nichts an der Uneinsichtigkeit der Eltern, so dass Ehemann und Vater während der Inobhutnahme vorsorglich gefesselt werden mussten.

Während die beiden Kleinkinder in der Kindernotstelle eine vorübergehende Bleibe erhielten, war es notwendig, den apathisch wirkenden Säugling in die Kinderklinik zu verbringen. Nach dreieinhalb Stunden Einsatzdauer konnte die Örtlichkeit zum Glück ohne Tätlichkeiten seitens der Männer der Familie verlassen werden.

Neben einer Strafanzeige erwartet die Eltern nun auch gegebenenfalls noch weitere Maßnahmen des Jugendamtes.

Wir hoffen, dass für die Kinder eine dauerhafte und gute Lösung gefunden werden kann, damit sie ein halbwegs normales Leben führen können. Wir wünschen ihnen jedenfalls viel Glück hierbei!