Fahrsimulator bietet neue Wege eine Einsatzfahrt zu trainieren und Unfälle zu vermeiden

19. März 2017 at 9:01

Eine Einsatzfahrt mit eingeschaltetem Blaulicht und Signalhorn nötigt dem Fahrer immer viel Konzentration ab. Es ist nicht einfach damit getan, dass man sich an die Regeln der Straßenverkehrsordnung im Rahmen der Verhältnismäßigkeit nicht zu halten braucht. Manch einer ist damit überfordert, wenn sich ein Fahrzeug auf Einsatzfahrt nähert.

Hinzu kommen Kreuzungen, Fußgänger, Wetterverhältnisse und Straßenbeschaffenheit, die man bei einer Einsatzfahrt berücksichtigen muss. In der Ausbildung bzw. im Studium wird gelehrt, dass sicher ankommen die oberste Prämisse ist. Doch das ist nicht immer leicht, da man mit dem Fehlverhalten anderer rechnen muss. Aber man kann nicht jede Situation voraussehen, weswegen es immer wieder zu Verkehrsunfällen zwischen Einsatzfahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern kommt, über die wir hin und wieder berichten müssen.

Um es angehenden Polizisten leichter zu machen, solche Situation zu trainieren und möglichst Unfälle zu vermeiden, kann ein Fahrsimulator helfen. Denn eine Einsatzfahrt ist eine Einsatzfahrt, und die kann man theoretisch nicht erlernen. Da heißt es “learning by doing”. Hier soll der Fahrsimulator helfen.

Bereits in Schleswig-Holstein, Thüringen und Bayern findet ein solcher Fahrsimulator Verwendung und seit neuestem lernen auch Polizeischüler in Hamburg auf dem 230.000 Euro teuren Gerät. “65 verschiedene Szenarien – in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn – können mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eingespielt werden”, erklärt Hamburgs Polizeipräsident Ralf-Martin Meyer.

Der Polizeischüler sitzt angeschnallt auf dem Fahrersitz und muss das Fahrzeug, Blaulicht und Signalhorn betätigen und bekommt über mehrere Monitore das jeweilige Lernprogramm angezeigt. Auch wenn die jeweiligen Programme nur einige Minute lang sind, sind die zu bewältigenden Aufgaben teils knifflig, wobei auch die Auswirkungen von Wetter und Straßenbeschaffenheit Einfluss finden.

“Die Idee ist es, eine sehr realitätsnahe Situation hinzubekommen, mit der man die Schwierigkeiten und verschiedenen Facetten einer Sonderrechtsfahrt gut darstellen kann”, sagt Polizeipräsident Meyer. Die moderne Technik wird als Ergänzung zum ohnehin zu absolvierenden Fahrsicherheitstraining gesehen.

Die simulierten Fahrten werden aufgezeichnet und danach mit der Lehrgruppe besprochen. Egal, ob der Polizeischüler alles richtig oder Fehler gemacht hat, alle haben die Möglichkeit vom anderen zu lernen.