Hausbesetzer stellten Sprengfallen: Fünf Polizisten verletzt

6. März 2017 at 20:42

Hausbesetzer stellten SprengfallenBereits am Mittwochmorgen, den 22. Februar 2017, kam es durch die Kantonspolizei Bern (Schweiz) zu einer Räumung an der Effingerstrasse in Bern, einer besetzten Liegenschaft, nachdem ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung, sowie ein Antrag zur polizeilichen Räumung, eingegangen war.

Mittlerweile kommen immer mehr Details zu dieser Räumung ans Licht. Ganze Feuerwerksbatterien feuerten die Besetzer auf die Köpfe der eingesetzten Beamten ab.

Die Besetzer des Hauses bewarfen die Polizisten nicht nur mit sämtlichen Hausrat, nein es wurden sogar Fallen aufgestellt. Für die Beamten muss dies der reinste Spießrutenlauf gewesen sein.

Sie wurden auch direkt auf die Einsatzkräfte abgeschossen. Diesen Sachverhalt bestätigte nun auch der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause. Offenbar mussten die Polizisten jederzeit damit rechnen, dass ihnen buchstäblich irgendetwas um die Ohren fliegt. Im Treppenhaus waren Feuerwerksbatterien derart perfide platziert, dass sie jeden treffen konnten, der die Treppe emporstieg.

Ausgerichtet waren die Sprengfallen aus Feuerwerkskörpern auf Kopfhöhe. Außerdem hatten die Besetzer ebenfalls im Treppenhaus gusseiserne Verstrebungen als Hindernisse verbaut. Um zu verhindern, dass die Polizei vorrücken konnte, hatten sie die Stahlverstrebungen verschweißt. Die Barrikade habe nur mithilfe gröberer Mittel überhaupt überwunden werden können, so Nause.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun unter anderem wegen “Gefährdung des Lebens“. Die Polizei hat bei allen vorübergehend festgenommenen Hausbesetzern DNA-Proben genommen. 19 Personen wurden vorläufig festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft zur Begründung: “Zur Aufklärung eines Verbrechens oder Vergehens könne von der beschuldigten Person eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt werden”.

Unter den Verhafteten waren nicht nur Bewohner des besetzten Hauses, wie es aus Polizeikreisen heißt. Als die Räumung bekannt wurde haben sich andere militante Besetzer im Haus verschanzt um die Polizisten “zu empfangen”. Die Polizei war von diesem Ausmaß des Widerstandes derart überrascht, dass weitere Kräfte nachträglich mobilisiert werden mussten.

Auf Anfrage sagte der Sicherheitsdirektor, dass ein Wechsel innerhalb der Besetzerszene nicht bestätigt werden könne. Und man habe im Vorfeld nicht von derart viel krimineller Energie ausgehen müssen. Normalerweise seien besetzte Gebäude verlassen, wenn das Ultimatum abgelaufen sei und die Einsatzkräfte eintreffen würden.

Insgesamt fünf Polizisten wurden verletzt und mussten sich in ärztliche Versorgung begeben. Bei zwei Beamten besteht der Verdacht auf ein Hörtrauma.

Eine skurrile Szene spielte sich noch ab, als die Verhafteten ihre Effekten bei der Polizei abholen durften. Er habe gestaunt, so Reto Nause, “als einer der Besetzer in einem BMW anrollte”.

Chauffiert worden sei er von einer Frau, vielleicht die Mutter. “Das war ein Luxusschlitten, aus dem der ach so bedürftige Besetzer gestiegen ist.”

Es ist schon erschreckend zu welchen Mitteln manche Menschen greifen.

Wir wünschen allen verletzten Kollegen gute Besserung.