Urlauber soll unnötige Suchaktion bezahlen

16. März 2017 at 20:20

Urlauber soll unnötige Suchaktion bezahlenWenn sich jemand in Gefahr befindet oder dringend Hilfe benötigt, setzen wir Blaulichter alles in Bewegung, um die Person zu finden und soweit notwendig zu helfen. Das gilt nicht nur für die Polizei, sondern auch für die anderen Hilfsorganisationen. Gerade bei Vermisstenfällen, in denen unbekannt ist, ob der Person etwas zugestoßen sein könnte, lassen wir nicht locker.

Umso ärgerlicher ist es, wenn eine als vermisst gemeldete Person nicht in Gefahr ist und selbst verschuldet für eine große Suchaktion sorgt, viele Kräfte von Helfern und Rettern im Einsatz sind, obwohl dies überhaupt nicht notwendig ist. So ist es Anfang dieser Wochen in Österreich geschehen und nun soll der “Vermisste” für die Kosten aufkommen.

Ein Urlauber aus Irland befand sich mit drei weiteren Landsmännern in Salzburg. Der 37-jährige Ire verschwand aber plötzlich und meldete sich drei Tage lang nicht bei seinen Freunden. Als er auch dann auch nicht zum Rückflug nach Irland erschien, meldeten seine Freunde ihn als vermisst.

Dramatik bekommt die Sache noch auf Grund der Tatsache, dass der Vermisste wichtige Medikamente im Hotelzimmer zurück gelassen hatte, die er eigentlich hätte einnehmen müssen. Selbstredend, dass die Polizei zusammen mit weiteren Hilfsorganisationen eine große Suchaktion startete.

Im Einsatz waren neben Berg- und Wasserrettung auch ein Polizeihubschrauber. Mit Sonarbooten wurde die Salzach abgesucht, Bergretter suchten gleichzeitig den Kapuzinerberg ab. 15 Einsatzkräfte der Wasserrettung waren stundenlang im Einsatz. Die Schwester des Vermissten reiste eigens aus Irland an, weil sie sich Sorgen machte.

Letztendlich konnten Polizisten den Mann aufgreifen und es zeigte sich, dass er in keiner Notsituation war. Er befand sich drei Tage lang auf Zechtour und hatte es nicht für notwendig erachtet, sich bei seinen Freunden zu melden. Dieter Strohmayer, Bezirkseinsatzleiter der Wasserrettung: “Wer sich drei Tage lang in der Stadt aufhält und Freunden und Familie kein Lebenszeichen gibt, muss mit einer Vermisstenanzeige und einer Suchaktion rechnen.”

Die soll der 37-jährige Ire nun bezahlen, da er durch sein eigenes Verhalten zu dieser unnötigen Suchaktion beigetragen hat. Mindestens 2.200 Euro werden ihm in Rechnung gestellt, davon 1.700 Euro durch die Wasserrettung und 500 Euro von der Bergrettung.