Zivilcourage: Eishockey-Torwart half Polizisten in Not und wurde nun dafür geehrt

18. März 2017 at 19:02

Am 7. Februar dieses Jahres kam es auf der Insel Usedom zu einer Wiederstandshandlung gegen Vollstreckungsbeamte. Ein bereits am Boden liegender Beamter wurde von einem alkoholisierten Mann angegriffen.

Nino Jistel wurde Zeuge des Angriffs und schaute nicht weg. Nein, er griff ein und half dem Polizisten auf äußerst couragierte Art und Weise und konnte so zur Festnahme des Gewalttäters verhelfen.

Nino Jistel, Torwart bei der Eishockeymannschaft “Chemnitz Crashers” war mit seiner Freundin auf der Rückfahrt von der Insel Usedom nach Chemnitz. Der 27-Jährige, sah den Streifenwagen mit Blaulicht an der Straße stehen und wurde so Zeuge des Angriffs.

Der 40-jährige Gewalttäter saß auf dem Brustkorb des Beamten und würgte ihm die Luft ab. Die 23-jährige Kollegin des Polizisten hatte alles versucht den Mann von ihrem Kollegen herunter zu bekommen. Selbst Pfefferspray nutzte nichts. “Die Frau schrie so laut, dass ich sie bis ins Auto gehört habe”, sagt Nino Jistel. “Warte kurz”, habe der 27-Jährige zu seiner Freundin gesagt, als er ausstieg.

Zu der Auseinandersetzung kam es, als die Polizisten bei dem 40-Jährigen einen Alkoholtest durchführen wollten. Der Mann schlug plötzlich dem 44-jährigen Polizisten mit der Faust ins Gesicht, prügelte ihn zu Boden und ließ nicht mehr von ihm ab.

Auf der Straße lagen Kugelschreiber, Papier und ein Alkoholmessgerät verteilt, erinnert sich der Chemnitzer. Nino Jistel ist 1,93 Meter groß und 99 Kilo schwer – ein robuster Typ. Als Eishockey-Torwart genau der Richtige, sagt sein Trainer Torsten Buschmann. Jistel gilt in der Mannschaft als bodenständiger und bescheidener Mannschaftssportler.

In einen so gefährlichen Streit musste er bisher noch nie eingreifen, wie er sagt. Gezögert habe er deshalb aber nicht. “Für mich hat es sich so angefühlt, als müsste ich da jemandem helfen, der mir auch helfen würde”, beschreibt Jistel. Er habe den Angreifer gepackt und ihn zu Boden gezerrt. Er schrie den Ermittlern zu, sie sollten dem Mann die Handschellen anlegen. “Die Polizisten mussten kurz zu sich kommen”, berichtet der Chemnitzer.

Der 44-jährige Beamte musste nach dem Einsatz mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, seine Kollegin kam mit dem Schrecken davon. “Was passiert wäre, wenn Nino Jistel nicht vorbeigekommen wäre, wollen wir uns lieber nicht vorstellen”, sagte Polizeisprecherin Jana Hoffmann.

Inzwischen sind beide Beamte wieder wohl auf und wollten sich nicht entgehen lassen, ihrem Retter persönlich zu danken.
Erst im Nachhinein ist ihm klar geworden, wie schlimm diese Erfahrung für die beiden Polizisten gewesen sein müsse, erzählt der Chemnitzer.

Für dieses beherzte Einschreiten wurde Jistel am 17. März 2017 in der Polizeiinspektion Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) geehrt.

Aufmerksam wurde auch Hoteldirektor Herr Peter Maier vom Upstalsboom Hotel Ostseestrand im Seeheilbad Heringsdorf und lud Herr Nino Jistel als Dankeschön für sein Eingreifen für ein Wochenende in sein Hotel ein.

Im Jahr 2016 kam es in der Polizeiinspektion Anklam zu 121 Fällen von Gewalt gegen Polizisten. Dabei ist festzustellen, dass die Angriffe immer brutaler werden und sich Polizisten nicht selten in ärztliche Behandlung begeben müssen.

Wir möchten Nino Jistel von Herzen danken, dass er nicht weg geschaut hat und unserem Kollegen geholfen hat. Wer weiß wie das ganze ausgegangen wäre!