Auf ein Wort zu: “Alle fünfeinhalb Wochen wird in Deutschland ein Mensch von einem Polizisten erschossen”

18. Mai 2017 at 21:49

Ein Wort zu: "Alle fünfeinhalb Wochen wird in Deutschland ein Mensch von einem Polizisten erschossen"Derzeit kursiert im Netz ein Artikel über den Schusswaffengebrauch von uns Polizisten. Es geht in dem Artikel um die Häufigkeit des Schusswaffengebrauches und man muss zugeben, dass sich die Autoren der taz viel Mühe gegeben haben, dieses Dossier zusammen zu tragen:

In diesem Artikel werden wir quasi als schießwütig dargestellt. Sogenannte Experten kommen dort zu Wort. Aber mal ehrlich, wie viele von diesen sogenannten Experten kamen je in die Situation, in der man innerhalb von Sekunden entscheiden muss, ob man selbst Gefahr läuft verletzt oder gar getötet zu werden? Ich denke mal in keine, denn sonst wären sie vermutlich anderer Meinung.

Hierzu kurz noch ein paar Zahlen, die von der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) herausgegeben werden: Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 40 Mal Schüsse auf Menschen abgegeben, von denen zehn tödlich endeten. Diese Zahlen sind mehr oder weniger seit Jahren ähnlich.

Es macht uns ganz sicher keinen Spaß die Waffe zu ziehen und auch einsetzen zu müssen. Wir würden liebend gerne darauf verzichten. Aber wenn es um das Leben anderer Menschen oder unser eigenes Leben geht, bleibt uns leider manchmal keine andere Wahl.

Wir werden darauf trainiert, wenn uns ein Mensch mit einer Waffe angreifen will, zu schießen. Wir versuchen hierbei immer den Angreifer zwar außer Gefecht zu setzen, aber es ist nicht unser Bestreben zu töten. Aber wenn ein Mensch z.B. mit einem Messer sechs Meter von uns entfernt ist und man genau die Absicht erkennt, dass dieser uns angreifen will, wird auf den Torso (sprich auf den Körper, die größte Fläche) geschossen.

Da ist nichts mehr mit mal schnell ins Bein schießen. Wobei auch dieser Schuss tödlich enden kann, denn im Bein verläuft eine große Arterie. Wenn diese getroffen wird, ist der Angreifer vielleicht zunächst überhaupt nicht kampfunfähig, weil das Adrenalin ihn aufputscht, aber er verblutet. Andererseits kann der Schuss auf den Torso auch nicht tödlich enden.

Ich selbst musste leider die Waffe bisher zwei mal einsetzen und glaubt mir, ich habe mich noch lange Zeit danach beschissen gefühlt. Ich war froh, dass die zwei, auf die ich schießen musste, überlebt haben. Ich mag mir nicht vorstellen wie das ist, wenn die Schüsse tödlich enden.

Die Gewalt auf den Straßen steigt… Ich frage mich wie wir uns wehren sollen?! Ich frage mich, ob wir nicht das Recht haben gesund und heil zu unseren Familien zurück zu kehren. Der Angreifer hat die Wahl. Er kann seine Waffe fallen lassen. Wir hingegen haben diese Wahl leider nicht, denn dann sind wir selbst oder andere die Opfer.

Und das können und dürfen wir nicht zulassen!