Marodierende Gewalttäter beim Fußball – Es reicht!

17. Mai 2017 at 22:12

Marodierende Gewalttäter beim Fußball Es reicht!Am vergangenen Wochenende war es mal wieder so weit. Fußballspiele allenthalben. Viele treue Fans, die sich auf das Spiel und ihren Verein freuten. Aber das ging völlig unter, andere Nachrichten bestimmten die Presse.

Denn am Sonntag fand auch die Bundesligabegegnung Karlsruher SC gegen Dynamo Dresden in Karlsruhe statt. Während das Spiel vor fast leeren Rängen stattfand, spielten sich rund um das Stadion und zudem auch in der Karlsruher Innenstadt völlig andere Szenen ab.

Ganze 1.500 sogenannte “Fans” von Dynamo Dresden zogen durch die Innenstadt. Hierbei kam es laut Polizeibericht zu “massivem Einsatz von Pyrotechnik in Form von Sprengkörpern, Bengalfackeln und Rauchbomben”, die teils gezielt auf dort eingesetzten Polizisten geworfen wurden.

Wir möchte an dieser Stelle nicht auf die deprimierenden Einzelheiten eingehen, könnten sie trotz Aufzählung nicht ansatzweise widergeben, was jeder einzelne Polizist im Einsatz gesehen und erlebt hat.

Nur so viel: Insgesamt 36 Verletzte, davon 15 Polizisten und 21 Ordner. Keine einzige Festnahme.

ES REICHT!

In regelmäßigen Abständen müssen wir über solche Vorfälle berichten und nichts geschieht. Kein Verein, der sich deutlich distanziert und Gegenmaßnahmen einleitet, keine Fanclubs, die die Gewalttäter ausstoßen, keine Politik, die deutliche Worte findet und Konsequenzen nicht nur anmahnt, sondern durchsetzt.

Das ist kein Fußball, das ist Terror und wir Polizisten stehen wie immer mittendrin und müssen ausbaden, was an anderer Stelle versäumt wird. So kann es nicht weiter gehen!

Mathias Zurawski hat beim SWR einen Kommentar zu diesem Spiel und auch zu ähnlich verlaufenden Spieltagen verfasst, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zog und den wir rundherum nur unterstützen können.

So schreibt Zurawski: “Da marschieren 1.500 Dresdner Fans zwei Kilometer lang an Karlsruher Kleingärten vorbei, werfen Sprengkörper und Rauchbomben in die Idylle oder gleich auf Polizisten, überrennen Einlasskontrollen am Stadion und machen einen Getränkestand dem Erdboden gleich.”

Und weiter: “Diese Fans kamen, zerstörten und gingen unbeschadet. Man muss kein Freund von Law-and-Order-Politik sein, aber: es reicht jetzt wirklich, oder? Die Polizei, die zuschaut, wie ihr so genannte Fußballfans auf der Nase herumtanzen, die schützt, aber nicht durchgreift, niemanden vor Ort zur Verantwortung zieht.”

Und so kommt Zurawski zu der Überzeugung:

“Sicherheitsgipfel und andere runde Tische reichen schon lange nicht mehr. Ist doch verständlich, wenn immer mehr Bürger fordern: endlich durchgreifen! Wenn Vereine die Kontrolle über ihre Anhänger so sehr verlieren, dann müssen sie im schlimmsten Fall auch aus der Liga verschwinden.”

Ja, es reicht! Es wird Zeit, dass die Polizei als Organisation und jeder einzelne eingesetzte Polizist rund um Fußballspiele den notwendigen politischen, juristischen und gesellschaftlichen Rückhalt erhält, um diesem kriminellen Treiben ein Ende zu bereiten.

Ohne die geht es nicht, denn es werden unschöne Bilder, wenn Polizisten zu- und durchgreifen. Ein “Würden sie bitte damit aufhören” funktioniert hier nicht, da muss Tacheles gesprochen und konsequent eingeschritten werden. Dazu gehören auch die richtigen Entscheider an der richtigen Stelle.

Es wird Zeit, dass Fußballspiele wieder ohne Großeinsätze der Polizei stattfinden können, dass es keine Verletzten mehr innerhalb und außerhalb der Stadien gibt, weil ein paar Durchgeknallte meinen, sie befänden sich im rechtsfreien Raum.

Das tun sie nämlich nicht und wenn nicht bald etwas geschieht, dann verlieren wir vollends die Kontrolle Es reicht eben nicht mehr, voller Agonie die Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen und danach schulterzuckend zur Tagesordnung überzugehen.

Es wird Zeit, dass durchgegriffen wird. Denn es reicht!