Reportage: Auch Mensch! Polizisten in Extremsituationen

22. Mai 2017 at 21:57

Rund 2,4 Mio. Verkehrsunfälle geschahen insgesamt im Jahr 2015 auf Deutschlands Straßen. Die meisten Schwerverletzten oder Toten als Unfallfolge gab es außerorts. Und in jedem einzelnen Fall stellt sich die entscheidende Frage: Wer hat schuldhaft gehandelt und damit sich selbst oder andere in Gefahr gebracht?

Mit der Klärung dieser Frage sind die Unfallaufnahmeteams und Unfallermittler betraut. Sie schauen sich die Unfallstellen an, sichern Beweismittel und Spuren und versuchen anhand dessen die Unfallursache zu ermitteln. Hierbei sind sie nicht nur Polizisten, sondern auch speziell geschult, um die physikalischen Kräfte richtig einschätzen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Staatsanwaltschaften und Versicherungen stützen sich auf das Ermittlungsergebnis.

Doch das sind die harten Fakten. Im Einsatz muss ein Polizist funktionieren und darf Verletzte, Tote und Einzelschicksale nicht an sich heran lassen, was manchmal schwierig ist. Da kann es vorkommen, dass die Bilder, die man an der Unfallstelle gesehen hat, tage- oder wochenlang beschäftigen.

Doch trotz dieser Umstände sind die Unfallermittler auch Mensch, Opferberater und Seelsorger in einem. Sie kommen mit den Unfallopfern ins Gespräch, manchmal erst einige Zeit später, wenn die Verletzten aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mal mit guter und mal mit schlechter Aussicht darauf, jemals wieder ein ganz normales Leben führen zu können.

Dann leiden auch die Polizisten mit den Opfern und deren Angehörigen und vergießen gar die ein oder andere Träne. Dann heißt es der Seele Luft machen, damit man nicht völlig abstumpft und zu keinen Gefühlen mehr fähig ist.

Die Reportage begleitet Unfallaufnahmeteams in den Nordrhein-Westfälischen Metropolen Köln und Leverkusen und gibt einen intensiven Einblick in die Unfallermittlungsarbeit, aber auch in das Seelenleben der Ermittler, die von Unfällen berichten, die man so schnell nicht vergessen kann.

Zudem kommt zur Sprache, warum in letzter Zeit der Trend zu mehr Unfällen mit Personenschäden zu verzeichnen ist, trotz besserer Technik und aktiver und passiver Sicherheitsausstattungen der modernen Fahrzeuge.

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