Tätlicher Angriff im Dienst: Polizist erhält Zuwendung aus Fond

31. Mai 2017 at 19:55

Tätlicher Angriff im Dienst: Polizist erhält Zuwendung aus FondAm 6. Oktober 2016 kontrollierte der zu diesem Zeitpunkt 59-jährige Polizeihauptkommissar und sein Kollege zwei Männer die sich auffällig verhielten. Die zwei Beamten entdeckten die Männer im Rahmen einer Streifenfahrt in der Probstei (Schleswig-Holstein). Zuerst verhielt sich einer der Männer kooperativ, doch plötzlich widersetzte er sich der Maßnahme, so dass er festgenommen werden musste.

Beim Anlegen der Handschellen wehrte sich der Mann erheblich, riss sich los und trat mit Füßen auf den Hauptkommissar ein. Der Beamte erlitt bei dieser Attacke einen Bruch des Wadenbeins. Nachdem er ins Krankenhaus kam und operiert werden musste, folgten mehrere Monate Dienstunfähigkeit. Erst seit März dieses Jahres ist der Kollege wieder einsatzbereit.

Nun erhält der Beamte für sich und seine Lebensgefährtin einen Kur- und Betreuungsaufenthalt auf der Insel Rügen im Mecklenburg-Vorpommern.

Der Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not e.V. (kurz: HUPF SH) ist eine gemeinnützige Einrichtung, die es sich seit dem Jahre 2001 zur Aufgabe gemacht hat, im Dienst schwer verletzten oder gar getöteten Polizeibeamten bzw. deren Angehörigen und Familien in ihrer schwierigen Situation mit einer Zuwendung, die den speziellen Verhältnissen angemessen ist, unter die Arme zu greifen.

Seit Bestehen des gemeinnützigen Vereins konnte dieser in über 90 Fällen bei Polizeibeamtinnen und -beamten, die bei Einsätzen Opfer von gewalttätigen Angriffen wurden und sich dabei schwere Verletzungen zugezogen hatten, unterstützen.

Bisher wurden Zuwendungen in Höhe von ca. 160.000 Euro ausgezahlt. Der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds der Polizei Klaus Schlie: “Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Unterstützung weder eine Verarbeitung der Erlebnisse noch eine Wiedergutmachung darstellen kann. Sie ist aber ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität.”

2016 gab es in Schleswig-Holstein 1.268 Fälle von Widerstandshandlungen und Gewaltdelikte, in denen 441 Beamtinnen und Beamte verletzt wurden. Das bedeutet, durchschnittlich jeden Tag hat es in Schleswig-Holstein mehr als drei Übergriffe gegeben. Die Vorfälle ereigneten sich im überwiegenden Teil bei dem “normalen” Polizeidienst wie Präsenzstreifen, Familienstreitigkeiten, aber auch bei Festnahmen und Durchsuchungen.

Der Hilfsfonds arbeitet rein ehrenamtlich, er verfügt ausschließlich über Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, die sich der Arbeit der Polizei verpflichtet fühlen

Stellvertretend für den oben genannten Hauptkommissar, aber auch für alle anderen Kolleginnen und Kollegen und deren Angehörigen, denen in den vergangenen Jahren durch BÜRGERspenden geholfen werden konnte, sagen wir vielen Dank an die Bürgerinnen und Bürger, die durch eine Spende hierzu beitrugen und noch beitragen werden!

Diese Art der Unterstützung ist nicht selbstverständlich und erfordert aktives Zutun von Menschen, die nicht der Organisation Polizei angehören. 👏🏻