Vermeintlicher und hochgerüsteter “Soldat” am Bahnhof festgenommen

29. Mai 2017 at 21:32

Vermeintlicher und hochgerüsteter "Soldat" am Bahnhof festgenommen

Bild: Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Gibt es in Europa und Deutschland eine allgemeine Gefährdungslage? Ja! Gibt es in Deutschland eine Gefährdungslage wegen militarisierter Personen verschiedener politischer und religiöser (extremer) Ansichten? Ja! Gibt es Menschen, die das überhaupt nicht auf dem Schirm haben und deswegen Angst und Schrecken und einen Polizeieinsatz auslösen? Auch die gibt es.

Bei der folgenden Meldung muss man aufpassen, kein Schleudertrauma vom Kopfschütteln zu bekommen. Die Bundespolizei hat am Rosenheimer Bahnhof (Bayern) einen vermeintlichen “Soldaten” festgenommen, der hochgerüstet in aller Öffentlichkeit in der Nähe des Bahnhofs stand.

Alarmiert worden war die Polizei von einer Bahnangestellten, die die Person gesichtet und (zurecht) schlimmes geahnt hatte. Auch bei den Bundespolizisten schrillten alle Alarmglocken und tatsächlich konnten sie die Person, ausgerüstet mit Tarnanzug, Springerstiefeln, Gefechtshelm, Kampfmittelweste und Sturmmaske in der Nähe des Bahnhofs antreffen.

Zudem führte er noch ein Sturmgewehr, eine Faustfeuerwaffe und ein Kampfmesser mit. Er wurde aufgefordert die Waffen niederzulegen, was dieser auch tat. Anschließend erfolgte die Festnahme. Erst jetzt stellte sich bei näherer Betrachtung heraus, dass das Sturmgewehr nur eine Nachbildung war und es sich eigentlich um eine Softair-Waffe handelte.

Auch die anderen Waffen waren nur Nachbildungen bzw. Attrappen. Nach Befragung war zu erkennen, dass sich der Mann über die Außenwirkung seines Auftretens überhaupt nicht im Klaren war. So wollte er dann auch wissen, ob er seine Waffen wieder bekommen könne, da sie nicht gerade billig gewesen seien.

Doch das mussten die Bundespolizisten verneinen und zogen Gefechtshelm, Kampfmittelweste, Oberschenkelholster und sämtliche Anscheinswaffen ein. Und noch etwas kommt zur Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz hinzu. Der Mann trug an der Uniform Hoheitszeichen, die er nicht tragen darf, weshalb er sich auch noch wegen Missbrauchs von Abzeichen und Uniformen verantworten darf.

Auch wenn aus dem offiziellen Polizeibericht nicht hervor geht, wie die Kollegen an den hochgerüsteten Tarnfleckträger herangegangen sind, ist anzunehmen, dass sie wohl die Waffen gezogen hatten. Mit Sicherheit waren sie erleichtert, dass die Sache so ausgegangen war und es sich nicht um einen durchgedrehten Waffenträger handelte. Dennoch zum Kopfschütteln.