Nachlese: Fake oder Wahrheit? Was ist an den Vorwürfen gegenüber den Berliner Kollegen dran?

28. Juni 2017 at 18:53

Fake oder Wahrheit? Was ist an den Vorwürfen gegenüber den Berliner Kollegen dran? Eine NachleseEs ist schon erstaunlich, was nach der Party der Berliner Kollegen im Containerdorf in Bad Segeberg so alles geschehen ist. Viele Vorwürfe wurden erhoben, die nach und nach relativiert werden. Manche Medien stürzten sich geradezu auf diesen anstehenden “Polizeiskandal” und die “Partypolizisten“. Dies natürlich in einem negativen Kontext.

Vieles von dem, was da behauptet wurde, ist schlichtweg nicht wahr oder wurde erfunden. Was ist also dran, dass die Kollegen dort am Zaun wettpinkelten, unter freiem Himmel Sex hatten, Waffe schwingend auf einem Tisch tanzten oder es gar eine Schlägerei zwischen Berliner und Wuppertaler Kollegen gegeben haben soll? Dass hier Straftaten begangen wurden und mutwillige Sachbeschädigung betrieben wurde?

Nicht viel, um dies bereits vorweg zu nehmen. Wer unsere Ausführungen nicht in Gänze lesen möchte, den verweisen wir auf unseren abschließenden Abschnitt weiter unten (tldr).

Wie der Polizeipräsident Berlins Klaus Kandt gegenüber dem RBB bereits sagte, wurden durch die Berliner Polizisten weder Straftaten, noch Ordnungswidrigkeiten begangen. Es gibt also nichts, weswegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden sollte.

Die angebliche Schlägerei zwischen den Polizisten aus Berlin und Wuppertal, die im selben Containerdorf (unter Beobachtung eines Wachschutzes) eingepfercht waren, gab es ebenfalls nicht. Dies wird jedenfalls sowohl aus Berlin, als auch aus Wuppertal offiziell dementiert. Es gab offenbar allerdings ein Wortgefecht zwischen den Kollegen aus den verschiedenen Bundesländern.

Die Wupptertaler Kollegen wollten ihre Ruhe, um fit für den Einsatz zu sein. Die Berliner Kollegen wollten feiern, aber nicht einfach nur, weil sie gerade Bock darauf hatten. Unter den in Hamburg eingesetzten Berliner Kollegen waren zwei Geburtstagskinder, die sich wohl dachten, wenn sie schon fern der Heimat im Einsatz sind, dann könnte man den Geburtstag wenigstens etwas feiern.

Man kann hier beide Seiten verstehen und wie gesagt gab es hier lediglich eine verbale Auseinandersetzung, die wohl jeder, der sich in die Lage der verschiedenen Kollegen versetzt, nachvollziehen kann.

Und was ist mit der Waffe schwingenden Kollegin, die auf dem Tisch getanzt, laut manchen Medien sogar gestript haben soll? Wir haben erfahren, was da wirklich gelaufen ist. Wir dürfen auf Einzelheiten aus bestimmten Gründen nicht eingehen, können jedoch feststellen, dass besagte Kollegin weder stripte, noch mit einer Dienstwaffe herum fuchtelte, noch hierbei auf einem Tisch oder ähnlichem tanzte.

Sex unter freiem Himmel, innerhalb der geschlossenen Unterkunft? Das für sich genommen ist ebenfalls grundsätzlich nicht zu beanstanden, so lange sich davon niemand gestört fühlt. Was ist dran? Offenbar ebenfalls nichts. Es gab wohl tatsächlich einvernehmlichen Geschlechtsverkehr, allerdings nicht im Freien, sondern innerhalb einer Containerwohnung. So jedenfalls haben wir es erfahren. Und da man in diese Container hineinschauen kann, zumindest wenn man sich innerhalb der Unterkunft befindet, konnte jeder sehen, was er sehen wollte (oder sollte?).

Was bleibt also übrig?

Wettpinkeln am Zaun und ein paar beschädigte Stühle. Unnötig, das stimmt. Aber weder moralisch zu beanstanden, noch unseres Erachtens eine dienstrechtliche Verfehlung. Und für die im Eifer des Gefechts beschädigten Sachen müssen die Kollegen gerade stehen, was sie sicher auch tun werden.

Wie die Polizei Berlin mittlerweile auf ihrer Facebookseite in einem Statement erwähnte, wurden die Kollegen auf der Rückreis von Hamburg von der Autobahn herunter sogleich in einen Sondereinsatz beordert, als es in Köpenick zu einem Stromausfall kam. Sie regelten den Verkehr und beschützten das Eigentum der Anwohner und Geschäftsinhaber – völlig unbeeindruckt von dem entstandenen Wirbel kamen sie ihrer Aufgabe nach.

Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass in jeder Uniform ein Mensch steckt (so auch die Polizei Berlin in ihrem Statement). Da darf man wohl auch einmal (seinen Geburtstag) während eines Großeinsatzes in seiner Freizeit feiern…

tldr (too long, didn’t read)

An den Vorwürfen der großen Sause bleibt nur wenig übrig. Strafrechtlich haben sich die Kollegen aus Berlin nichts vorzuwerfen und dienstrechtlich vermutlich auch nicht.

Wer auch immer ein Interesse daran hatte die Polizei Berlin in Misskredit zu bringen, hat einen erbärmlichen Job gemacht. Denn nach und nach zeigt sich, dass an den Vorwürfen nichts dran ist oder Münchhausen kräftig zugeschlagen hat. Ganz im Gegenteil werden die Berliner Kollegen im Netz als MENSCHEN IN UNIFORM gefeiert. Gut so!

Vom angeblichen Polizeiskandal bleibt nicht einmal ein Skandälchen übrig.

Hamburg, hanseatisch weltoffen? Gegenüber den Berliner Kollegen jedenfalls nicht. Schade eigentlich. Auch wenn die Hamburger Einsatzleitung unter großem Druck steht und es dieser Tage sicher nicht einfach hat, worüber sie nicht zu beneiden ist, hätte man die Sache anders anpacken können, als gleich die drei Hundertschaften nach Hause zu schicken. Und wie Bilder an die Öffentlichkeit gelangten ist ebenfalls mehr als fragwürdig.

Aber das ist nur unsere persönliche Meinung. Wie seht ihr das?