Polizist wird Geburtshelfer

25. Juni 2017 at 9:32
Polizist wird Geburtshelfer

Bild: Polizei Düsseldorf

Geburtsort: A3, Rastanlage Hösel Ost

Oft werden Dinge im Leben durch Kommissar Zufall bestimmt. Wenn dieser mysteriöse Kollege, den noch niemand zu Gesicht bekam, die richtigen Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammen führt, entstehen manchmal die schönsten Geschichten.

Es ist bei diesem Vorfall Mittwoch der 21. Juni, mittags gegen 12 Uhr. Wir befinden uns auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen, als Polizeioberkommissar Frederik Graefe auf der Rückfahrt von einer Besprechung in Hilden zur Wache nach Mülheim ist.

Hinter dem Streifenwagen fährt ein anderer Verkehrsteilnehmer, der mehrfach die Lichthupe betätigt. Beide Fahrzeuge halten auf dem Seitenstreifen an und ein ziemlich verzweifelter Mann erklärt Kollege Graefe, dass sich seine hochschwangere Frau im Fahrzeug befindet, die kurz vor der Niederkunft steht. Er wollte zwar noch bis ins geplante Krankenhaus fahren, aber dieses liegt noch 20 km entfernt.

Der Mann bittet den Kollegen darum, dass er ihm den schnellsten Weg zum Krankenhaus zeigen solle. Kollege Graefe kommt schnell zu dem Ergebnis, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht und deswegen der Weg ins Krankenhaus zu lange dauern dürfte. Er schlägt stattdessen vor, dass man zur nahe gelegenen Rastanlage Hösel Ost fährt.

Auf dem Weg dorthin verständigt der Polizist bereits die Wache und den Rettungsdienst. Nur wenige Sekunden nachdem beide Fahrzeuge auf der Rastanlage angekommen sind, bringt die Mutter einen gesunden Jungen zur Welt, der den Namen Mohammed trägt. Da der Vater situationsbedingt unter Stress steht, fällt dem 34-jährigen Kollegen die Aufgabe zu, als Geburtshelfer zu fungieren und die nontwendigen Maßnahmen einzuleiten.

Unterstützung erhalten der Geburtshelfer und die junge Familie von den Mitarbeitern der Rastanlage, die frische Handtücher zur Verfügung stellen. Der alarmierte Rettungswagen bringt Mutter und Kind ins Krankenhaus. Der Vater folgt nach einer Verschnaufpause.

Einen Tag später lässt es sich der uniformierte Geburtshelfer nicht nehmen, die Familie im Krankenhaus zu besuchen und der Mutter einen Blumenstrauß und dem kleinen Mohammed einen Kuschelhasen und eine Polizeiente zu überrweichen.

Wir wünschen der jungen Familie alles Gute auf dem weiteren Weg, zusammen mit ihrem kleinen Mohammed! An Kollege Graefe geht der Dank für seinen besonderen Einsatz.