An die Angehörigen und Freunde der G20-Einsatzkräfte (von Freya)

15. Juli 2017 at 16:24

An die Angehörigen und Freunde der G20-Einsatzkräfte (von Freya)

“An alle Familienangehörigen und Freunde, die die vielen Stunden und Tage mit ihren Gedanken bei den Einsatzkräften in Hamburg waren.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich empfinde, wenn ich die vielen Bilder der unzähligen Kollegen sehe, die seit Wochen, Tagen und Stunden rund um den G20 in Hamburg und vielen Dienststellen im ganzen Land im Dienst sind und waren. Polizisten, die sich nach über 48 Stunden im Einsatz in einem Vorraum auf dem Fussboden hinlegten und vor Erschöpfung sofort einschliefen.

Kolleginnen und Kollegen, die bewusstlos oder mit schweren Verletzungen in Sicherheit gebracht werden mussten. Menschen, die angegriffen wurden, nur weil sie helfen wollten oder als Uniformträger ein “Feindbild” darstellen.

Deshalb wünsche ich mir an dieser Stelle, dass euer Stolz auf eure Partner und Partnerinnen, Mamis, Papis oder auch Töchter und Söhne größer ist, als der Ärger und die Wut, den solche Einsätze mit sich bringen.

Bereit zu sein, anderen zu helfen, da zu sein für andere, wenn zu Hause Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeitstage gefeiert werden, die Geburt des eigenen Kindes ansteht oder man einfach als Partner im Alltag zur Unterstützung fehlt – das eigene Leben ganz woanders stattfindet.

Bereit zu sein, anderen Menschen in ihrer Angst und Hilflosigkeit zu helfen oder schwere Einsatzlagen, wie wir sie in diesen Tagen in Hamburg miterleben mussten, zu bewältigen – das zeichnet eure Familienangehörigen besonders aus. Oft genug geht das Engagement bis an die Grenzen der eigenen körperlichen oder psychischen Gesundheit, manchmal auch über diese Grenzen hinaus.

In jeder Einsatzkraft schlägt ein Herz für den eigenen Beruf, ob nun Polizistin/Polizist, Ärztin/Arzt, Feuerwehrfrau/Feuerwehrmann, Zollbeamtin/Zollbeamter, Rettungskraft vom THW, Soldatin/Soldat usw. Wir alle haben uns bewusst für unseren Beruf entschieden, auch wenn es nicht immer leicht ist, Familie und Beruf im Ausgleich zu leben.

Ich weiss, dass es oft schwer ist, die privaten Pläne immer wieder umzustellen und den Familienangehörigen in den Einsatz zu entlassen. Ihr könnt jedoch ganz sicher sein, dass auch euer Familienmitglied ganz sicher lieber den Tag mit seiner Familie verbringen würde.

Deshalb an dieser Stelle mein ganz persönlicher Dank für euer Verständnis und für eure Unterstützung. Bitte haltet euren Lieben den Rücken frei, wenn wieder einmal die Einsatztasche gepackt wird, das Telefon klingelt oder der Funkalarmempfänger den Familientag unterbricht.

In diesen Zeiten wird eure Unterstützung genauso sehr gebraucht, wie wir das Engagement dieser Helfer brauchen!

Freya”

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Die Autorin ist uns namentlich bekannt.