Auf ein Wort: Weil wir Polizisten sind

30. Juli 2017 at 21:45

Auf ein Wort: Weil wir Polizisten sindWeil wir Polizisten sind, werden wir mit Steinen, Flaschen, Pyrotechnik, Molotowcocktails und allerhand anderen Dingen beworfen. Weil wir Polizisten sind, werden wir bespuckt, getreten, geschlagen, mit Messern und anderen Waffen angegriffen. Weil wir Polizisten sind, werden wir beleidigt, diffamiert und in Sippenhaft genommen. Und zwar NUR, weil wir Polizisten sind und diese Uniform tragen

Und dazu braucht es nicht einmal einen konkreten Anlass. So wie auf dem Bild zu sehen, die Botschaft oben in der Mitte, die uns vor ein paar Tagen erreichte. Für uns ohne erkennbaren Grund hat da jemand seinen Hass auf uns Polizisten mal eben abgeladen.

Müßig näher darauf einzugehen. Würden wir alle Hassbotschaften anzeigen, die uns erreichen, hätten wir nichts anderes mehr zu tun. Wir würden nur noch von Dienststelle zu Dienststelle und von Gericht zu Gericht tingeln, um dann gesagt zu bekommen, dass die Öffentlichkeit kein Interesse habe, die Schuld gering sei oder der Täter ein schweres Leben hatte.

Oder aber die Hasstirade hat einen konkreten Anlass, wenn auch eher einen zufälligen. So geschehen seit gestern Abend, als wir den Leserbrief von Kollegin Chrissy veröffentlichen, die lediglich darstellen wollte, dass das, was sie in Hamburg beim G20-Einsatz erlebt hatte, sie heute noch beschäftigt. Sie zeigt Menschlichkeit, Emotionen. Sie möchte kein Mitleid, sie braucht keine Hilfe. Sie hat Familie, Freunde und Kollegen die für sie da sind. Sie möchte lediglich einen Einblick geben, um Verständnis werben.

Eine Antifa-Seite ist auf die Zeilen von Chrissy aufmerksam geworden, hat ihn geteilt und ihren Genossen im Geiste zum Fraß vorgeworfen. Doch damit nicht genug, Hunderte von diesen geistigen Brandbeschleunigern sahen sich bemüßigt einen wahren Shitstorm in der Kommentarfunktion zu diesem Leserbrief loszutreten. Zwei Beispiele dazu findet ihr ebenfalls auf unserer Grafik in der Mitte.

Das, was Chrissy eigentlich sagen wollte, ging völlig unter. Es wurde zerfleischt zwischen linken Polizeihassern und Kollegen, die meinten, dass man als Polizist keine Emotionen zeigen sollte. Ach echt? Sind wir dann tatsächlich die eiskalten Bullenroboter, für die wir oft dargestellt werden?

Zwei weitere Akte im Drama um den G20-Einsatz finden sich in den sogenannten Mainstreammedien, die ebenfalls belegen, welche Bühne den linken Zeitgenossen für ihr staatsfeindliches Gedankengut gegeben wird.

Der erste Akt spielt im Fernsehen. Gleich nach dem G20-Einsatz lud die Sendung Maischberger Vertreter aller Akteure ein. Die Sendung trug den Titel “Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?“, doch dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen hier gleich mit versagt hat, ist ihnen nicht aufgefallen.

Da kann eine Jutta Ditfurth sich zur verbalen Frontfrau des schwarzen Blocks aufschwingen und ihr giftigen Blicke dem Erzfeind zuschleudern, die da hießen Wolfang Bosbach und Polizist Joachim Lenders. Völlig in schwarz gekleidet und mit Insignien ausgestattet (rote Schuhe und roter Fächer), die ganz klar zeigen, dass sie auf Krawall gebürstet ist. Ihre Mimik und Gestik spricht Bände und ist – ganz abgesehen von ihrer Verbalneurotik – den oben genannten gegenüber einfach nur herablassend.

Völlig verständlich, dass Bosbach irgendwann der Kragen platzt, aufsteht und das Studio verlässt. Als Maischberger anschließend völlig richtig Frau Ditfurth herauskompolimentiert, zeigt diese überhaupt keine Regung. Sie widerspricht nicht einmal, sondern übergeht die Aufforderung einfach, das Studio zu verlassen. Und Maischberger macht weiter im Takt, so als wenn nichts gewesen wäre. Im Gegenteil entschuldigt sie sich im Nachgang sogar noch bei Frau Ditfurth.

Gerade das ist zum Verlauf der Sendung völlig unmöglich. Die einzigen, die eine Entschuldigung verdient hätten, wären Herr Bosbach und Kollege Lenders. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben schließlich einen Bildungsauftrag und dem kommen sie mit so einer Farce nicht nach. Scheinbar ist es mittlerweile legitim, seine Hassbotschaft und irrsinnigen Gedankengebilde (die Gewaltanwendung des schwarzen Blocks wurde von Frau Ditfurth kläglich versucht mit Soziologie zu erklären) dem geneigten Publikum zugänglich zu machen.

Zweiter Akt: Ein Gastkommentar bei der Frankfurter Rundschau dieser Tage. Ein Daniel Loick schwingt sich auf zum Weltenretter und möchte die Polizei gleich ganz abschaffen. Wegen Hamburg, wegen vorgeblicher Polizeigewalt. Er nimmt hierbei Bezug auf eine Internetseite, die sich G20-Doku nennt. Wer meint, dort würde einer Dokumentation gleich versucht, neutral über tatsächliche Polizeigewalt zu berichten, der irrt.

Die Internetseite verfügt über kein Impressum und unter der Rubrik “Über das Projekt” verstecken sich die Betreiber hinter der nebulösen Formulierung: “Wir sind eine Gruppe von Menschen, die gegen den G20-Gipfel in Hamburg protestiert haben.”

Diese Internetseite, die den Untertitel “Der Gipfel der Polizeigewalt” trägt, taugt dem Schreiberling bei der FR tatsächlich als seriöse Quelle, um auf die Polizei, den “Polizeistaat” und das Gewaltmonopol zu schimpfen? Und bekommt dafür noch ein Mainstreammedium, welches seine kruden Gedanken verteilt?

Anstoß zur Diskussion? Persönliche Meinung? Viel schlimmer! Dieser Gastkommentar reiht sich ein in das, was wir dieser Tage auf unserer Seite und in anderen Medien erleben, was tagtäglich auf den Straßen passiert und was den engagierten Kollegen angetan wird.

Es ist scheinbar envogue, den Staat und seine Vertreter anzugreifen und zu diffamieren. Und der Staat wehrt sich nicht einmal. Er nimmt das alles schulterzuckend hin. Meinungsfreiheit, heißt es da.

Weil wir Polizisten sind, werden wir mit Steinen, Flaschen, Pyrotechnik, Molotowcocktails und allerhand anderen Dingen beworfen. Weil wir Polizisten sind, werden wir bespuckt, getreten, geschlagen, mit Messern und anderen Waffen angegriffen. Weil wir Polizisten sind, werden wir beleidigt, diffamiert und in Sippenhaft genommen.

Und:

Weil wir Polizisten sind, werden wir jedem helfen, der unsere Hilfe benötigt. Auch denen, die uns tags zuvor den Tod gewünscht haben.

Kämen diese Leute, die derart auf uns Polizisten herumhacken, die uns Schweine und Bastarde nennen, die verbal und handlungsimmanent alles auf uns werfen, was in ihren Augen dazu taugt, jemals auf die Idee, ihren Zahnarzt so anzugreifen? Nur, weil er Zahnarzt ist? Oder überhaupt alle Ärzte den Tod zu wünschen, weil sie alle weiße Kittel tragen, auch eine Art der Uniformierung?

Würden sie nicht, aber bei uns Polizisten ist das ok, und zwar NUR, weil wir diese Uniform tragen.

Dabei fällt diesen Leuten nicht einmal ihre hirnverbrannte Doppelmoral auf. Sie schimpfen gegen den Kapitalismus und die Staatsgewalt, fahren aber mit Sonderzügen (die der Staat oder kapitalistische Unternehmen ihnen zur Verfügung stellen) nach Hamburg. Erwerben von kapitalistischen Bäckern und Metzgern ihr Essen und Trinken, plündern anschließend den benachbarten kapitalistischen Familienhändler aus, kaufen beim kapitalistischen Dealer ihr Gras um von der Gewaltorgie wieder herunter zu kommen.

Dabei folgt das alles nur einer völlig kleingeistig doppelmoralischen Choreographie, die nichts weiter auszusagen hat, als die eigene Existenz zu feiern. So wie Frau Ditfurth bei Maischberger einer Choreographie der Mimik und Gestik (nicht der Inhalte) folgte, so folgt auch der schwarze Block einer Choreographie. Von hinten fliegen Flaschen und Steine auf die Polizisten und vorne steht die Verbalabteilung, die skandiert: “Wir sind friedlich, was seid ihr” und ähnliche geistige Ergüsse.

Glaubt ihr kleingeistigen Doppelmoralisten echt, ihr könntet uns mit so einem Verbalschnodder tatsächlich treffen? Wir Polizisten haben ein Ideal und eine Aufgabe. Wir stehen für Recht und Gesetz ein und sind für den Bürger da, der unsere Hilfe braucht. Was für ein Ideal habt ihr? Außer der ideologischen Verblendung, eurem Hass auf alles Staatliche und Kapitalistische, habt ihr nichts vorzuweisen.

Ihr entlarvt euch selbst und merkt es nicht einmal. Einbildung ist auch eine Art der Bildung.

Wir wünschen, die ihr den Staat und damit die Polizei abschaffen wollt, die ihr alles Staatliche bekämpft, die ihr Polizisten ohne Sinn und Verstand angreift, eines:

Wir wünschen euch genau diesen Staat, oder sollten wir sagen Nicht-Staat, den ihr euch selbst wünscht. Dann würden wir gerne etwas abseits auf einem sicheren Hügel stehen und schenkelklopfend zusehen, wie eure Welt ganz plötzlich so völlig anders aussieht, als ihr euch das wünscht. Wenn Horden marodierend und brandschatzend durch die Städte ziehen. Wenn niemand das Feuer löscht, niemand die Verletzten betreut, niemand der Kriminalität Einhalt gebietet, niemand euch von A nach B bringt (weil nicht mehr vorhanden oder zu gefährlich) oder niemand mehr eure Zahnschmerzen beseitigen kann, weil die Sozialsysteme zusammengebrochen sind.

Wenn ihr keine Geschäfte mehr habt, in denen ihr eure Grundbedürfnisse decken könnt, weil sie ständig ausgeraubt und niedergebrannt werden. DAS würden wir gerne sehen!

Ihr werft uns vor, mit Leserbriefen wie den von Chrissy zu jammern? Mimimi ruft ihr uns zu? Euer Mimimi würden wir dann gerne mal sehen, wenn eure heutigen Träume sich erfüllt haben.

Bis dahin werden wir Polizisten aber unserer Aufgabe erfüllen und hin und wieder auch Emotionen zeigen. Wem das nicht passt, und wer meint, seinen geistigen Dünnschiss bei uns abladen zu müssen, dem können wir nur sagen:

Wir werden dagegen vorgehen. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun und mit Zensur schon gar nicht. Wir sind hier keine Seite einer Regierungsbehörde. Wir haben eine Hausordnung, die sich Seitenregeln und Netiquette nennt. Zudem gibt es noch das Strafrecht, welches natürlich auch bei uns gilt.

Wer sich nicht daran hält, kann zukünftig woanders sein Geseier los werden.