Disziplinarverfahren: Polizist verweigerte Kollegin den Handschlag – aus religiösen Gründen

21. Juli 2017 at 15:54

Disziplinarverfahren: Polizist verweigerte Kollegin den Handschlag - aus religiösen GründenFür gewöhnlich gratuliert man seinen Kollegen zu besonderen Anlässe, z.B. bei der Heirat, der Geburt eines Kindes oder auch aus Anlass einer Beförderung. Untrügliches Zeichen ist hierzulande der Handschlag, doch den verweigerte ein Polizist aus Montabaur (Rheinland-Pfalz), als seine Kollegin ihm zur Beförderung gratulieren wollte.

Den verdutzten Kollegen, inklusive dem anwesenden Vorgesetzten, erklärte der Beamte, dass er hierfür religiöse Gründe habe. Dieses unkollegiale Verhalten hat nun Folgen für den Polizisten. Er wurde aus dem Streifendienst, in dem man sehr viel Kontakt zum Bürger hat, in den Innendienst versetzt. Zudem wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Das Ergebnis ist völlig offen und kann von einer Rüge bis zur Entlassung führen.

Es stellt sich hierbei die Frage, ob dies ein einmaliges Verhalten des Polizisten war oder ob er sich auch im Umgang mit dem Bürger so verhielt. Bislang ist bekannt, dass der Beamte als Muslim eingestellt wurde und kein Konvertit ist. Er engagiert sich auch als Prediger in einer muslimischen Gemeinde, die bislang unauffällig war.

“Er galt bis dato als zuverlässiger und pflichtbewusster Beamter”, wie es heißt. Umso weniger können die Kollegen, die Vorgesetzten oder auch das Innenministerium dieses Verhalten erklären.

Es ist gut und richtig, dass die Angelegenheit auf den Prüfstand gestellt wird. Eines dürfte jedoch klar sein. Sollte der Kollege sich tatsächlich aus religiösen Gründen dem Handschlag verweigert haben und ist ein solches Verhalten zukünftig nicht auszuschließen, müsste die Entlassung zwangsläufige Konsequenz sein.

Wer religiöse Gefühle über die freiheitlich-demokratische Grundordnung und damit über die Gesetze stellt, die hierzulande herrschen und für die der Kollege neutral einstehen muss, dann ist er als Polizist nicht tragbar.

Wie seht ihr das?