G20: Gedanken einer Polizistin

9. Juli 2017 at 16:49

G20: Gedanken einer Polizistin

“Es ist Zeit….

Es ist Zeit das Schweigen zu beenden. Es ist Zeit zum Handeln.
Ich bin seit nunmehr über 25 Jahren im Polizeidienst. Ich saß vorm Fernseher, immer einen Blick auf das Telefon. Eskaliert die Lage noch mehr? Gibt es eine Generalalarmierung?

Brennende Barrikaden, brennende Autos, Flaschen und Steine gegen Polizisten. Alles nichts Neues. All dies hat wohl jeder von uns, der länger dabei ist, schon erlebt.

In den letzten Jahren haben/mussten wir uns mehr und mehr aus jenen – ich nenne sie mal “besetzten Gebiete” – zurückgezogen. Diese rechtsfreien Räume wurden zugelassen. Und nun wundert man sich über diesen Ausbruch der Gewalt? Man wundert sich wo dies herkommt?

Die Kollegen (damit mein ich alle Frauen sowie Männer) vor Ort müssen all dass, was in den letzten Jahren versäumt und zugelassen wurde, ausbaden.

Die Presse verharmlost es. Gewaltbereite Demonstranten? Nein! Chaoten? Nein. Randalierer? Nein. Terroristen! Ja diese Subjekte sind für mich schlicht und ergreifend Terroristen.

Sie haben Polizisten mit Stahlkugeln beschossen, Brandsätze auf Kollegen geworfen. Sprengkörper gezündet. Autos und Häuser in Brand gesteckt. Haben wissentlich und im vollen Bewusstsein viele Menschenleben aufs Spiel gesetzt.

Dies ist mit NICHTS zu rechtfertigen. Dies ist nicht zu entschuldigen.
Das ist Terror in seiner reinsten Form. RAF 2.0.

Meinen Respekt an die Einsatzleitung der Polizei in Hamburg. Es war die richtige Entscheidung die Spezialkräfte einzusetzen. Ich befürchte, wenn man dies nicht getan hätte, dann hätten wir heute nicht nur verletzte sondern tote Kollegen zu beklagen.

Wollen wir es wirklich so weit kommen lassen? Wollen wir wirklich warten, bis die ersten Polizisten bei derartigen Geschichten ihr Leben lassen oder wird nun endlich gehandelt?

Es ist Zeit, dass die Politik aufwacht. Es ist an der Zeit, dass diese rechtsfreien Räume verschwinden. Es ist Zeit, dass man endlich hinter den Kollegen, die tägliche ihren Kopf für diesen Wahnsinn hinhalten, steht und dass wir uns unser Land zurückholen.

Die Legislative, die Judikative und die Exekutive muss einen Schulterschluss gegen diesen Terror bilden und entschlossen dagegen vorgehen.
Es ist Zeit zum Handeln, werte Politik und Justiz. Die Polizei ist dafür schon lange bereit.

Allen Kollegen vor Ort wünsche ich, dass sie gesund und wohlbehalten nach Hause kommen und hoffentlich haben die Dienstherren ein Einsehen und gönnen den Einsatzkräften einen angemessene lange Pause.

Denn solche Dinge steckt man nicht mal eben weg und macht am nächsten Tag wieder Dienst, als ob nichts war.”

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Die Autorin ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben. Diese Zeilen geben die Meinung der Autorin wieder, welche wir uns durch die Veröffentlichung nicht zwangsläufig zu eigen machen.