Nach Hindernislauf entlassen: Polizist auf Probe täuscht Dienstunfähigkeit vor

25. Juli 2017 at 14:44

Nach Hindernislauf entlassen: Polizist auf Probe täuscht Dienstunfähigkeit vorDa stellt man sich schon die Frage was den Kollegen geritten hat. Trotz Krankschreibung wegen einer Fußverletzung an einem Hindernislauf teilzunehmen, stellt schon die charakterliche Eignung in Frage.

Das Verwaltungsgericht (VG) Cottbus hatte zweifelsfrei festgestellt, dass der Polizist trotz Krankschreibung an einem 16 km langen Hindernislauf teilgenommen hatte. Eine Entlassung aus dem Probebeamtenverhältnis sei damit gerechtfertigt.

Der Dienstherr, das Land Brandenburg, erhob berechtigte Zweifel, dass der Beamte charakterlich geeignet sei für den Beruf des Polizeibeamten. Dies bestätigte nun das VG Cottbus. Durch seine eigenes Verhalten widerlegte er die Rechtmäßigkeit der Krankschreibung.

Die sofortige Vollziehbarkeit sei durch die Schwere der Verfehlung gerechtfertigt. Insbesondere wenn es die körperliche Verfassung erlaube, Sandkuhlen, Tunnel, natürliche Hindernisse, Stolperfallen, Strohballen, schlammiges Wasser, Schlammgraben etc. zu überwinden und dabei Platz 127 von insgesamt 649 Teilnehmern einzunehmen, liege darin ein Missbrauch der Krankschreibung, der ein besonders außergewöhnliches Ausmaß erreicht habe.

Darüber hinaus wertete das Gericht zusätzlich erschwerend, dass sich der Antragsteller seiner Laufleistung unter Angabe seines Berufes auf Facebook rühmte.

Die Beschwerde ist noch nicht rechtskräftig und kann vor dem Oberlandesgericht Berlin-Brandenburg angefochten werden.