Nach Mordversuch auf Bundespolizist: Täter nach Jugendstrafrecht zu sechs Jahren Haft verurteilt

3. Juli 2017 at 11:34

Nach Mordversuch auf Bundespolizist: Täter nach Jugendstrafrecht zu sechs Jahren Haft verurteiltDer nun 20-jährige Angeklagte hatte im April 2016 auf einen 42-jährigen Bundespolizisten am Bahnhof Ansbach (Bayern) mehrfach mit einem spitzen Gegenstand eingestochen. Daraufhin stürzte der Beamte die Treppe hinunter, wo er bewusstlos liegen blieb.

Die Schutzweste, die der Kollege trug, verhinderte wohl schlimmeres. Wir berichteten damals mit einem Zeugenaufruf.

Während des ganzen Prozesses äußerte sich der Angeklagte nicht zur Tat. Dafür hatte er bei Freunden, Mithäftlingen und vor einer JVA-Beamtin in der Untersuchungshaft mit der Tat geprahlt.

Dies brachte ihm im Indizienprozess auch das Urteil über sechs Jahre Haft ein. Der zur Tatzeit 18-Jährige wurde vom Landgericht Ansbach wegen versuchten Mordes nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Hier zeigt sich – und da müssen wir der Presse dankbar sein – was wir Polizisten nur allzu oft erleben. Der Täter ist stolz auf seine Tat, tut aber vor Gericht so, als könnte ihn kein Wässerchen trüben. Und die Gerichte glauben dann das, was sie im Gerichtssaal vor sich sehen: Ein geschniegelten und gebügelten Angeklagten, der so tut als ob…

Wir hoffen inständig, dass es dem Kollegen heute wieder gut geht. Wir wünschen es ihm!