Zahl des Tages: 709 (verletzte Polizisten während des G20-Einsatzes)

20. Juli 2017 at 18:00

Zahl des Tages: 709 (verletzte Polizisten während des G20-Einsatzes)Es sind schon so einige Zahlen über die verletzten Polizisten während des G20-Einsatzes in Hamburg kursiert. Mal waren es mehr wie 400, dann fast 600. Und um diese Zahlen zu relativieren behaupteten manche Medien, dass die Zahl gar nicht so hoch sei, da viele Beamte während des Einsatzes an Erschöpfung aufgeben mussten.

Nun liegen die endgültigen Zahlen vor und sie sind erschreckend, genau wie die Bilder, die den Einsatz bestimmten. Insgesamt haben 709 Polizisten während des Einsatzes gesundheitliche Schäden davon getragen. Von diesen 709 wurden 592 Beamte vorsätzlich verletzt, 117 mussten wegen Erschöpfung (nach teils über 30-Stunden-Schichten) abgelöst und medizinisch behandelt werden. Alle verletzten Polizisten seien auf dem Wege der Besserung.

Um beim Thema Zahlen zu bleiben: 345 Straftaten wurden angezeigt, 186 Verdächtige wurden festgenommen und 225 in Polizeigewahrsam genommen. Gegen 51 Personen wurden Haftbefehle erlassen.

Und man hat bei alle den Schilderungen der eingesetzten Polizisten das Gefühl, dass die Frage, ob es nicht doch Tote hätte geben können, manchmal nur einen Hauch weit entfernt war. Der Schusswaffeneinsatz sei in der Polizeiführung nicht mehr ausgeschlossen gewesen und der Leiter der Spezialkräfte, Michael Zorn, gibt zu bedenken:

“dass wir um Haaresbreite an einer sehr, sehr schwerwiegenden Eskalation der Lage vorbeigeschrammt sind”.

Dies dürfte auch der Aufopferung der eingesetzten Polizisten und dem besonnenen, aber konsequenten Einschreiten geschuldet sein, dass hier nicht noch schlimmeres passierte. Da dürfte das auf dem Bild zu sehende neue Polizeifahrzeug der Hamburger Polizei, der Survivor, seinen Namen wohl verdient haben.

In diesem Zusammenhang erklärte Innensenator Grote: “Niemand nimmt für sich in Anspruch, dass die ganze Zeit von allen Beteiligten nur fehlerfrei gehandelt wurde.” Hierbei aber von “Polizeigewalt” zu sprechen, sei diffamierend für die Polizei.

Die Polizei Hamburg hat ein Hinweistelefon geschaltet, unter dem die 170 Mann starke SOKO “Schwarzer Block” Zeugenhinweise montags bis freitags in der Zeit von 08:00 Uhr – 20:00 Uhr entgegen nimmt.

☎️ 040 4286 76543 (Hinweistelefon)

Wir senden den verletzten Kollegen die besten Genesungswünsche und sind erleichtert, dass es keine so schwer wiegenden Verletzungen, oder gar noch schlimmeres, gab!